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EM-Finale gegen Spanien : Wieso die deutschen Handballer jetzt schon Helden sind

  • -Aktualisiert am

Außer Rand und Band: Die deutsche Handball-Rasselbande feiert den Sieg im Halbfinale gegen Norwegen. Bild: firo Sportphoto

So schnell kann’s gehen: Wie im Rausch ist das junge deutsche Handball-Team durch die EM in Polen gestürmt. Im Finale wartet nun wieder das starke Spanien. Ist das machbar? Die DHB-Auswahl hat darauf eine eindeutige Antwort.

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          Es ist bisher beste Unterhaltung gewesen, ein Siebenteiler voller Spannung, gar Dramatik. Und der Schlussakt an diesem Sonntag in Krakau, das achte Spiel der Europameisterschaft, soll mit der Krönungszeremonie enden, danach streben die deutschen Handballspieler nun mit aller Macht. Berauscht von sich selbst, getragen von der Begeisterung in der Heimat, wo die Spieler von Bundestrainer Dagur Sigurdsson, der am Samstagnachmittag telefonisch ein Lob von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt, gewissermaßen über Nacht zu Helden geworden sind.

          Rainer Seele
          Sportredakteur.

          Spieler wie Kai Häfner aus Hannover-Burgdorf zum Beispiel, die in der breiten Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen worden sind und plötzlich in aller Munde sind, weil sie schon Erstaunliches zuwege gebracht haben, wie Häfner, der dieses Turnier erst vom Sofa aus verfolgte und nun die Tür zum Finale gegen Spanien an diesem Sonntag (17.30 Uhr / live in der ARD und im Handball-EM-Ticker auf FAZ.NET) öffnete. „Das ist ein Märchen“, sagte Häfner am Samstagmittag, einen Tag nach dem Thriller gegen Norwegen, „ich habe noch nicht realisiert, dass es echt ist.“

          „Der Ball war zufällig bei mir“

          Häfner, eine der deutschen Entdeckungen von Polen, hatte in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 34:33-Sieg gegen Norwegen geworfen, fünf Sekunden vor dem Abpfiff. „Der Ball“, sagte er, „war zufällig bei mir.“ Er wusste, dass er werfen musste, er hatte kurz zuvor noch auf die Hallenuhr geschaut. Und er vollendete das Werk mit verblüffender Selbstverständlichkeit. Dass danach, obwohl noch nicht endgültig Schluss war, alles drunter und drüber ging, dass der Gummersbacher Simon Ernst vor lauter Freude auf das Feld lief, brachte die Deutschen noch einmal in die Bredouille.

          Die Norweger legten umgehend Protest ein, weil zu viele Deutsche auf dem Parkett waren, sie zogen den Einspruch aber am Samstagmorgen wieder zurück, im Sinne des Fairplay, wie es hieß. „Ich bin froh, dass der Unsinn ein Ende hat“, sagte Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB). „Jetzt freuen wir uns einfach nur noch auf das Finale gegen Spanien.“ Und er kündigte forsch an: „Deutschland wird am Sonntag wieder Handball-Leidenschaft erleben.“

          Vater des Erfolges: Trainer Sigurdsson Bilderstrecke
          Handball-EM : Deutschland gegen Spanien

          Dies ist in jedem Fall, ob in Breslau oder nun in Krakau, ein wesentliches Element des deutschen Spiels gewesen. Ein Motor des deutschen Aufschwungs sozusagen. Deutschland zeigte Emotionen, offenbarte einen enormen Behauptungswillen, einen engen Zusammenhalt, trotzte damit allen Fährnissen. Und es bewies, dass es über eine ganze Menge hochtalentierter Kräfte verfügt. Dazu zählt der Gummersbacher Julius Kühn, der wie Häfner von Bundestrainer Sigurdsson nach den Ausfällen von Steffen Weinhold und Christian Dissinger nachnominiert worden war.

          Und am Freitag ebenfalls einen gehörigen Anteil daran hatte, dass Deutschland nicht nur in das Endspiel einzog, sondern auch schon die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich sicher hat. „Ich kann nur danke an Dagur sagen“, betonte Kühn am Samstag, offensichtlich sehr bewegt von der Entscheidung des Isländers, ihm eine Chance in Polen zu geben. Aufgewühlt außerdem durch die Gewissheit, hochdekoriert nach Hause zurückzukehren. „Es ist ein Traum, eine Medaille mitzunehmen.“

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