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Rapinoe widerspricht Biden : „Das ist Amerika. Machen Sie sich nichts vor!“

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir einen solchen mörderischen Mob sehen“: Megan Rapinoe (Bild vom Parteitag der Demokraten aus dem August 2020) Bild: dpa

Megan Rapinoe gilt als erbitterte Gegnerin von Donald Trump. Nach den Kapitol-Unruhen meldet sich der Fußballstar aus den Vereinigten Staaten zu Wort – und widerspricht Trump-Nachfolger Joe Biden.

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          2 Min.

          Ihre Wut verpackte Megan Rapinoe in Eloquenz. Erstmals seit knapp zehn Monaten saß die Fußball-Ikone auf einer Pressekonferenz des amerikanischen Nationalteams, und sie hatte einiges zu sagen. Der furchteinflößende Sturm des von Donald Trump aufgehetzten Mobs auf das Kapitol ging der Weltmeisterin dermaßen unter die Haut, dass sie kaum über ihr Fußball-Comeback sprechen konnte. Oder wollte.

          „Es ist schockierend, wie schrecklich es war und wie wahnsinnig“, sagte die Weltmeisterin, die natürlich die erste digitale Presserunde des Trainingslagers in Orlando bestritt. Die 35-Jährige warnte, dass der 6. Januar nur der Anfang gewesen sein könnte: „All die Aufrufe zur Einheit und zum Vorwärtskommen können selbstverständlich nicht ohne Gerechtigkeit auskommen. Wenn wir dies nicht bestrafen und in vollem Umfang untersuchen, regt das nur an, dass mehr davon passiert.“

          Die energische Trump-Gegnerin Rapinoe, seit Jahren Aktivistin für soziale Gerechtigkeit und gegen Diskriminierung, ordnete die gewaltsamen Vorfälle explizit anders ein als der zukünftige Präsident Joe Biden. „Das ist Amerika. Machen Sie sich nichts vor. Ich denke, wir haben sehr wohl unser wahres Gesicht gezeigt“, sagte sie über die „beängstigende“ Lage in den Vereinigten Staaten.

          Biden hatte erklärt: „Diese chaotischen Szenen stehen nicht für das wahre Amerika.“ Rapinoe widersprach: „Es ist nicht das erste Mal, dass wir einen solchen mörderischen Mob sehen. Das Entfesseln eines Mobs der weißen Vorherrschaft ist nichts Neues für Amerika, wie People of Color sehr gut wissen.“ Beim versuchten Aufstand in der amerikanischen Hauptstadt waren fünf Menschen, darunter ein Polizist, ums Leben gekommen.

          Trotz der politischen Unruhen und einer heftig wütenden Pandemie sollen die Weltmeisterinnen nun aber Normalität simulieren. Zwei Länderspiele gegen Kolumbien stehen am 18. und 22. Januar in Florida an, es ist der Auftakt der Tokio-Vorbereitung des viermaligen Olympiasiegers.

          Rapinoe hat seit dem vergangenen März kein Spiel mehr bestritten. Aus Angst vor dem Virus, aber auch, weil sie nach dem Trubel um ihre Person während und nach der WM 2019 in Frankreich eine Pause brauchte. In der Zwischenzeit verlobte sie sich mit der Basketball-Nationalspielerin Sue Bird, veröffentlichte ihre Biographie „One Life“ und war, selbstverständlich, politisch aktiv.

          Rapinoe wird nun weiter den Sport als Vehikel nutzen, um die Welt zu verändern. Entsprechend deutlich wurde sie, als eine Journalistin sie abschließend auf eine Trump-Anhängerin ansprach, die bei der Rückkehr aus Washington in einem Fan-Pullover des amerikanischen Frauennationalteams fotografiert wurde. „Wir wollen einen Ort schaffen, der inklusiv, sicher und divers ist für unsere Fans und als Kulisse für unsere Spielerinnen, für die Menschen, die im Fernsehen zusehen und für die Medien, die darüber berichten. Also“, lautete die klare Ansage der Kapitänin, „bring diesen Bullshit nicht hierher.“

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