Gipfel des deutschen Fußballs : Wie ein Staatsbesuch in schweren Zeiten

Die Spitzen des deutschen Fußballs diskutieren die Lage nach der WM und zeigen danach demonstrative Geschlossenheit. Doch nur wenig später steht DFB-Präsident Grindel schon wieder in der Kritik.
Das Schlussbild hatte etwas von Staatsbesuch in schweren Zeiten. Die Hände beinahe auf Kanzlerinnenart gefaltet und mit ernsten Mienen standen Reinhard Rauball und Reinhard Grindel vor der Zentrale der Deutschen Fußball Liga (DFL). Gemeinsam waren sie am Dienstagnachmittag vor die Tür getreten, um ein Kommuniqué abzugeben über das, was sich in den drei Stunden zuvor im Bürobau im Frankfurter Westend zugetragen hatte. Dort war es zwar nicht um eine Staatskrise gegangen, aber eben doch um nicht weniger als die Zukunft des deutschen Fußballs, der bei der WM in Russland weit mehr als nur eine Formkrise offenbart hatte. Das, soviel sei vorweggenommen, konzedierten auch die höchsten Verantwortlichen von DFL und Deutschem Fußball-Bund (DFB), Rauball und Grindel. Beiden war zuallererst daran gelegen, nach außen ein Bild der Geschlossenheit zu demonstrieren, das sich in Grindels Aussage spiegelte, wonach beide Organisationen des deutschen Fußballs „noch nie so eng zusammen“ gewesen seien.





