Zum Tod von Bernd Walz : Im Dienst der Orgel

Er war einer der profundesten Orgelkenner in Frankfurt und organisierte über Jahrzehnte hinweg die angesehene Konzertreihe in Sankt Nikolaus.
Frankfurt ⋅ Als er in seinem Haus in Bergen-Enkheim den Keller vertiefen ließ, glaubten die Bauarbeiter, er wolle sich dort, wie es bei Zahnärzten damals durchaus üblich war, ein kleines Schwimmbad einrichten. Weil sie sich nicht anders überzeugen ließen, lud Bernd Walz sie später noch einmal zu sich ein, wie er selbst gern lachend erzählte. Mit den Badetaschen in Händen staunten sie nicht schlecht: Statt des erwarteten Beckens erblickten sie eine historische Orgel. Nicht irgendeine zudem, sondern eine 200 Jahre alte kostbare Bürgy-Orgel, die der Hausherr durch Eigeninitiative vor dem Verfall gerettet hatte.
Walz war nämlich nicht nur Zahnarzt, vielmehr wirkte er mehr als 60 Jahre als Organist der Gemeinde Heilig Kreuz. Durch lange Praxiserfahrung seit 1960 entwickelte er sich zum semiprofessionellen Orgelbauer und einem der profundesten Orgelkenner der Stadt. Bekannt war er besonders als Organisator der Konzertreihe in der Kirche Sankt Nikolaus in Bergen-Enkheim, die er mit dem 1985 gegründeten Förderkreis Orgel und Orgelmusik initiiert hatte. Fast alle Organisten von Rang und Namen waren im Lauf der Jahre dort zu Gast. Am 11. Februar ist Walz, der für sein kulturelles Wirken 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, im Alter von 76 Jahren gestorben. gui.
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