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Darmstädter TecDax-Konzern : Software AG kämpft mit der Cloud

Derzeit läuft es nicht ganz rund: Karl-Heinz Streibich, Chef der Software AG Bild: dpa

Binnen Jahresfrist hat sich nur ein Tec-Dax-Wert schlechter entwickelt als die Software AG. Der Darmstädter Tec-Dax-Konzern lässt auch Analysten rätseln.

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          Nach Tagen des Schreckens für ihre Besitzer hat die Aktie der Software AG aus Darmstadt am Donnerstag zu den besten Werten im TecDax gezählt. Der Titel des auf Computerprogramme für Betriebe spezialisierten Konzerns verbesserte sich um 2,4 Prozent – allerdings ist er zu Monatsbeginn noch ein Viertel mehr wert gewesen. Weil aber der Vorstand um Karl-Heinz Streibich an der Spitze die Jahresprognose kassierte und nun weniger Umsatz und Gewinn als zuvor erwartet, ging es an der Börse für die Südhessen rasant abwärts.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im zweiten Quartal verdiente der Konzern nur noch 14 Millionen Euro, nicht einmal halb so viel wie vor Jahresfrist, wie es gerade hieß. Das zieht die Frage nach sich: Weshalb läuft es nicht rund? Die Antwort fällt selbst professionellen Beobachtern nicht leicht: „Das wüsste ich auch gerne“, sagt ein Analyst, der die Software AG bewertet. „Die Company sagt dazu nicht viel“, erläutert er – doch sieht er drei kritische Punkte.

          „Kein Grund, derzeit investiert zu sein“

          Einer ist nach den Worten des Analysten, der nicht namentlich genannt werden möchte, das Thema Cloud („Software aus der Steckdose“). Kunden der Darmstädter dürften sich dadurch, dass sie auch auf Cloud-Angebote zurückgriffen, fragen, was das für ihre IT-Struktur bedeute. Ob sich also die Cloud-Lösungen mit den Programmen der Software AG vertragen. Diese Zeit der Prüfung verzögere Vertragsabschlüsse.

          Zum Zweiten stellt sich der Analyst die Frage, ob der Vertrieb die Erwartungen des Vorstands erfüllen könne oder ob nicht zu viel von ihm erwartet werde. Drittens steige der mit Verträgen verbundene Wert immer weiter, „dadurch dauert es immer länger bis zum Abschluss“. Ärgerlich findet der Analyst, dass der Konzern stets einen Einfluss der Cloud auf sein Geschäft bestritten habe – und nun genau diesen Einfluss geltend mache.

          Angesichts dessen begegnen Analysten der Software-Aktie derzeit eher zurückhaltend. Markus Friedel von Independent Research in Frankfurt sieht einen fairen Wert von 22 Euro; zuletzt war die Aktie 19,63 Euro wert. 20 Euro lautet das Kursziel, das Commerzbank-Analyst Thomas Becker für die Darmstädter gesteckt hat. Er sieht „derzeit keinen Grund, in der Software AG investiert zu sein“. Binnen Jahresfrist hat sich nur ein Tec-Dax-Wert schlechter entwickelt als die Software AG.

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