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RMV-Jahreskarte eingestellt : Premium-Ticket für Stadtbedienstete

Erlaubt, eine weitere Person am Wochenende und am Abend mitzunehmen: Das Premium-Ticket Bild: dpa

Das Geld für die Jahreskarte im ganzen RMV-Gebiet wird im Haushalt 2020/21 eingestellt. Dafür kommt für die Mitarbeiter der Stadt das Premium-Ticket.

          Die Mitarbeiter der Stadt Frankfurt und der stadtnahen Betriebe werden bald ein Jobticket bekommen, das im ganzen Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) gültig sein wird und das es dem Besitzer zudem erlaubt, am Abend und am Wochenende eine weitere Person mitzunehmen. Das bestätigte Personaldezernent Stefan Majer (Die Grünen) auf Anfrage, nachdem die SPD gestern ein „kostenloses Hessenticket“ für die etwas mehr als 14.000 städtischen Bediensteten gefordert hatte.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie Majer angab, einigte sich die Koalition aus CDU, SPD und Grünen darauf, das Geld für das Premium-Ticket in den Haushalt 2020/2021 einzustellen. Es sei sein großes Ziel gewesen, eine solche Regelung zu erreichen, sagte der Stadtrat. Sie sei wichtig in der zunehmenden Konkurrenz um fähige Mitarbeiter, Frankfurt ziehe damit einigermaßen mit dem Land Hessen gleich, das seinen 150.000 Bediensteten seit dem 1. Januar 2018 ein für ganz Hessen gültiges Ticket für den öffentlichen Nahverkehr zur Verfügung stellt. Eine vergleichbare Jahreskarte fordert seit geraumer Zeit auch der Gesamtpersonalrat der Stadt. Vom Landesticket unterscheidet sich das Frankfurter Premium-Ticket dadurch, dass es nicht im Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes und dem des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, der im äußersten Süden Hessens einige Strecken bedient, gültig ist.

          Ein Signal an Unternehmen

          Die SPD argumentiert ähnlich wie Majer. Ihre Fraktionsvorsitzende Ursula Busch verlangte aber eine Gleichstellung mit den Beschäftigten des Landes und stellte sich hinter die Forderung des SPD-Stadtverordneten Holger Tschierschke, der für ein „Hessenticket“ plädierte. Busch zufolge sollte die Stadt bei der Beschaffung günstiger Tickets im Nahverkehr vorangehen, so könne sie auch ein Signal an Unternehmen geben, den Umstieg ihrer Mitarbeiter vom Auto auf die Schiene zu befördern.

          Majer wies darauf hin, dass die Stadt Wiesbaden und der Hochtaunuskreis ein Premium-Ticket eingeführt hätten. Auch manche Unternehmen merkten jetzt, dass sie auf dem Arbeitsmarkt nicht bestehen könnten, wenn sie ihren Mitarbeitern kein Jobticket anbieten.

          In Frankfurt fahren die städtischen Bediensteten schon jetzt sehr günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn allen wird von ihrem Arbeitgeber ein sogenanntes Jobticket gestellt. Die Stadt stellt ihnen seit dem 1. Januar dieses Jahres nur noch eine Eigenbeteiligung von 20 Prozent in Rechnung. Im vergangenen Jahr lag diese Eigenbeteiligung noch bei 45 Prozent. Durch die Senkung entstanden Mehrkosten von 2,5 Millionen Euro im Jahr.

          Für ihr Jobticket zahlen die Mitarbeiter für die Tarifstufe 3, die das Frankfurter Stadtgebiet umfasst, etwa 15 Euro im Monat. Für die teuerste Tarifstufe sind etwa 45 Euro im Monat zu entrichten. Für das Jobticket muss die Stadt laut Magistrat im Jahr etwas mehr als 5,5 Millionen Euro aufbringen. Laut RMV hat sich verbundweit die Zahl der Beschäftigten mit Jobticket in den vergangenen zehn Jahren um 110 Prozent erhöht.

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