Streit um Fluglärm : Neue Abflugroute Cindy S bringt Entlastung für Darmstadt

Die Darmstädter Stadtteile Arheilgen und Kranichstein leiden weniger unter Lärm von Flugzeugen, seit diese einen anderen Weg nehmen. Allerdings bringt das keinen Vorteil für den Stadtteil Wixhausen.
Für viele Darmstädter bringt die Verlagerung der Abflugroute „Cindy S“ eine Entlastung von Fluglärm. Dieses Fazit hat die Darmstädter Stadtregierung aus den Messwerten gezogen, die am Freitag beim Konvent des Forums Flughafen und Region präsentiert wurden. Seit Juli des vergangenen Jahres ist für Maschinen, die den Frankfurter Flughafen in südöstlicher Richtung verlassen, eine veränderte Route vorgeschrieben, um den Darmstädter Norden zu schonen.
Das hat sich nach den Worten von Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) und Umweltdezernent Michael Kolmer (Die Grünen) als Erfolg herausgestellt. Die Stadt Darmstadt werde sich gegenüber der Fluglärmkommission dafür einsetzen, die bisher für einen Probebetrieb festgelegte Abflugroute auf Dauer beizubehalten und die entsprechenden Vorgaben für die Piloten zu verstetigen.
Lärm verschiebt sich innerhalb von Wixhausen
Nach ihren Angaben zeigen die Messwerte, dass die Stadtteile Arheilgen und Kranichstein von der Verlagerung der Abflugroute Cindy S profitieren. Dort sei dadurch seit dem vergangenen Jahr der Fluglärm reduziert worden. Allerdings gibt es nach Angaben der Stadt auch einen Stadtteil, der durch die Verlagerung seit dem vergangenen Jahr insgesamt nicht gewonnen hat, nämlich Wixhausen, den nördlichsten Stadtteil. Dort habe sich der Fluglärm seitdem lediglich innerhalb des Orts verschoben, nämlich vom Süd- an den Nordrand.
Die Stadt habe bei der Planung der neuen Flugroute befürwortet, dass die Flugzeuge auf einem Luftkorridor über Wixhausen und dem Nachbarort Erzhausen fliegen, und zwar möglichst mittig zwischen den Wohnorten. Damit hat sich die Route mit der Verlagerung von Arheilgen und Kranichstein entfernt. Allerdings verläuft sie nun so, dass es am Nordrand von Wixhausen lauter geworden ist, wie Kolmer ausführte. „Entsprechend sind teilweise enttäuschte Reaktionen der dort wohnenden Menschen nachvollziehbar“, sagte der Umweltdezernent.
Die Stadt verlange deshalb auch eine Entlastung für Wixhausen. „Mit Blick auf die Gesamtstadt haben wir uns dafür ausgesprochen, die Verlagerung zu verstetigen. Gleichzeitig haben wir die hohe Belastung am Wixhäuser Nordrand im Blick“, sagte Oberbürgermeister Benz. Der Magistrat sei sich darin einig, dass die Belastung besonders in der Nacht sinken müsse und dass es passiven Schallschutzes bedürfe, der schnell realisiert werden müsse. Dabei sehe er das Land Hessen, den Flughafenbetreiber Fraport, seine Anteilseigner und die Lufthansa als größte Fluggesellschaft in Frankfurt in der Verantwortung.
Anhand der Messwerte ist nach Angaben der Stadt auch berechnet worden, welchen Effekt es hätte, wenn die neue und die alte Variante von Cindy S abwechselnd gelten würden. Wenn also die Flugzeuge einmal den einen und ein anderes Mal den anderen Weg nähmen. Diese Idee könne aber verworfen werden, weil sie keinen positiven Effekt haben würde. Das beste Ergebnis werde bei der seit Juli 2025 geltenden Route für Cindy S erzielt.





