Mordprozess gegen Raser : Mit 150 durch die Innenstadt

Mit Tempo 150 raste der Angeklagte durch ein Wohngebiet im Frankfurter Stadtteil Fechenheim. Nach dem Unfall wies er nicht auf seinen tödlich verletzten Freund hin, wie ihm die Anklage vorwirft.
„Es kam mir die ganze Zeit komisch vor“, diesen Satz sagt die Zeugin immer wieder. Der Mann, der im November 2019 auf dem Fahrersitz des Unfallwagens saß, habe bestritten, gefahren zu sein. Warum sollte er das von sich weisen, wenn es offensichtlich ist und niemand zu Schaden gekommen ist? Der Gedanke habe sie nicht losgelassen. Auf dem Heimweg habe sie sich gefragt, ob sie umkehren und auf die Beifahrerseite des Autos schauen soll. „Dass ich es nicht gemacht habe, werde ich niemals vergessen.“ Rund eine Stunde nach dem Unfall bewahrheitete sich das Gefühl der Frau: Bei der Bergung des Unfallautos fanden Einsatzkräfte der Feuerwehr eine Leiche. Der 45 Jahre alte Beifahrer lag neben dem Wagen, sodass die Zeugin ihn von der Fahrerseite aus nicht sehen konnte. „Ich fühle mich mitverantwortlich“, sagt sie.
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