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Amerikanische Faulbrut : Sperrbezirk soll Bienen schützen

Gefährdet: Die Amerikanische Faulbrut rafft ganze Bienenvölker dahin. Bild: Wolfgang Eilmes

Bei einem Bienenstand in Frankfurt-Goldstein ist eine ansteckende Seuche – die Amerikanische Faulbrut – entdeckt worden. Die bakterielle Brutkrankheit verbreitet sich schnell und kann zum Sterben ganzer Völker führen.

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          In Frankfurt ist sie in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr aufgetreten: die Amerikanische Faulbrut, eine ansteckende Seuche, die Bienen befällt. Jetzt ist sie bei einem Bienenstand in Goldstein festgestellt worden. Die bakterielle Brutkrankheit verbreitet sich schnell und kann zum Sterben ganzer Völker führen. Deshalb ist das Ordnungsamt verpflichtet, mit sofortiger Wirkung einen Sperrbezirk auszuweisen, der weiträumig um den Bienenstand herum angelegt werden muss.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Maßgeblich ist, dass in dieses Sperrgebiet weder Bienenvölker noch Bienen eingeführt werden dürfen. Auch das Entfernen von Völkern, gleichgültig, ob sie aus lebenden oder toten Bienen bestehen, ist nach Angaben der Veterinärabteilung des Ordnungsamtes nicht gestattet. Das jetzt ausgewiesene Sperrgebiet umfasst die Siedlung Goldstein, Teile des Stadtwaldes und Teile der Bürostadt Niederrad.

          Die Erkrankung gefährdet weder Menschen noch andere Lebewesen. Sie ist sogar ungefährlich für die erwachsenen Bienen. Allerdings tragen sie die Sporen des Bakteriums weiter, so dass sich die Krankheit ausbreiten kann und die Brut, also die Bienenlarven in den Waben, auch in anderen Bienenstöcken zerstört werden können. Die Übertragung ist sogar über den Honig möglich. Auch in dieser Form sind die Erreger für den Menschen ungefährlich. Bienen können sich jedoch auch über den Honig anstecken. Wie die Veterinärbehörde mitteilt, können gerade im Honig die Sporen besonders gut überleben.

          Auftreten der Seuche ist anzeigepflichtig

          Um die schnelle Ausbreitung zu verhindern, ist das Auftreten der Amerikanischen Faulbrut in Deutschland und einigen anderen Ländern eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Veterinärbehörde des Ordnungsamts wird nun infolge der Erkrankung bei den anderen Besitzern von Bienenvölkern im Sperrbezirk Proben nehmen und schauen, ob sich dort Spuren des Bakteriums finden lassen. Der Behörde sind dort zehn Imker bekannt. Sollte es weitere Imker geben, werden diese gebeten, sich schnellstmöglich bei der Veterinärbehörde zu melden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Eine eigens bei der Veterinärbehörde eingerichtete Hotline ist unter 069/21247099 zu erreichen.

          Die Amerikanische Faulbrut – es gibt auch eine relativ harmlose Europäische Faulbrut – trägt ihren Namen nicht, weil sie aus Amerika stammt, sondern weil sie dort zuerst entdeckt wurde. Die Krankheit tritt weltweit auf. Im Rhein-Main-Gebiet war sie im vergangenen Jahr in zwei Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises ausgebrochen, 2016 in drei Gemeinden im Kreis Limburg-Weilburg. In Frankfurt war die Amerikanische Faulbrut zuletzt 2015 bei Bienenvölkern in Bergen-Enkheim entdeckt worden, 2013 musste Sachsenhausen, Oberrad und ein Teil des Stadtwaldes zum Sperrbezirk erklärt werden.

          Das Sperrgebiet wird in der Regel nach ein bis zwei Monaten wieder aufgehoben, wenn Proben zeigen, dass kein Bienenvolk mehr befallen ist. Die Proben nimmt ein Bienensachverständiger vor, in diesem Fall ein Mitarbeiter der Stadt Offenbach, der sich exzellent mit den Insekten auskennt.

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