„Entartete Kunst“ : Städel könnte auf Rückgabe von 680 Werken hoffen

Zur NS-Zeit entwendete Kunst sollte zurückgegeben werden. Diese Auffassung vertritt die ehemalige Richterin Jutta Limbach. Das Frankfurter Städel verlor damals hunderte Werke.
Der Vorschlag von Jutta Limbach, der früheren Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, „entartete Kunst“ an die ursprünglichen Besitzer zurückzugeben, würde in starkem Maße das Frankfurter Städel betreffen. Dem Museum sind im Dritten Reich im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ 680 Werke entwendet worden, darunter Vincent van Goghs „Porträt des Dr. Gachet“.

Die meisten der beschlagnahmten Bilder und Skulpturen stammen aus der Städtischen Galerie im Städel, gehörten also der Stadt Frankfurt. Der Verbleib vieler dieser Kunstwerke ist bekannt, nicht wenige sind mittlerweile im Besitz deutscher Museen.
Rückforderungen müsste in erster Linie die Stadt stellen, da ihr die Mehrzahl der damals entrissenen Werke gehörte. Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) steht dem Vorschlag Limbachs allerdings skeptisch gegenüber. Ihm sei nicht so richtig einsichtig, worin der Vorzug eines „Ringtausches“ zwischen den deutschen Museen liegen sollte, sagte er. Die damals beschlagnahmten Werke, um die es heute gehe, seien ja in den Museen zu sehen – das sei für ihn entscheidend. Für wichtig hält Semmelroth, dass die Verfolgung „entarteter Kunst“ nicht vergessen wird.





