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Spanische Thronfolgerin : Prinzessin Leonor tritt erstmals ins Rampenlicht

Die spanische Kronprinzessin übergibt die Prinzessin-von-Asturien-Preise im Campoamor-Theater in Oviedo. Bild: EPA

Wie ihr Vater hält die Infantin mit 13 Jahren ihre erste öffentliche Rede bei den „spanischen Nobelpreisen“ – und macht es besser als der König einst. Bei ihrem nächsten Auftritt könnte es allerdings ungemütlicher zugehen.

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          Die Stars auf der Bühne des Campoamor-Theaters in Oviedo waren in diesem Jahr nicht die acht Preisträger. Alle warteten bei der Verleihung der Prinzessin-von-Asturien-Preise nur gespannt auf das Mädchen, das den Auszeichnungen den Namen gibt, die als die „spanischen Nobelpreise“ gelten. Die 13 Jahre alte Kronprinzessin Leonor setzte mit ihrer ersten öffentlichen Rede eine Tradition fort: Ihr Vater König Felipe war auch 13 Jahre alt, als er sich 1981 als Thronfolger zum ersten Mal direkt an die Spanier richtete. Leonor machte es besser als ihr Vater – und Felipe besser als sein Vater Juan Carlos.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Prinzessin von Asturien war ihre Aufregung anzumerken, aber sie ließ sich davon nicht verunsichern und trug den Text lebendig vor. In einem hellblauen Kleid und mit offenem Haar blickte sie immer wieder von ihrem Manuskript zu den Menschen auf, die sie erwähnte. In perfektem Englisch mit leicht amerikanischem Akzent – zum zweiten Mal war sie in diesem Jahr in einem Sommerlager in den Vereinigten Staaten – wandte sie sich an die Preisträger, die zum Teil kein Spanisch sprechen.

          Der junge Felipe erhob vor 38 Jahren seinen Blick erst schüchtern, nachdem er den ganzen Text vorgelesen hatte. Lobend tätschelte ihm damals sein Vater Juan Carlos unauffällig die Hand. Sein Sohn Felipe, Königin Letizia und Leonors jüngere Schwester Sofía umarmten die Kronprinzessin dagegen stolz und erleichtert.

          Es ging sehr familiär zu in Oviedo. In ihrer Rede richtete Leonor einen besonderen Dank an ihre Großmutter Sophia, die wisse, „wie wichtig ihre Gegenwart für sie an diesem Tag“ sei. König Juan Carlos, der sich Ende August einer Herzoperation unterzogen hatte, war nicht anwesend; dafür Leonors zweite Großmutter, die ihre Tränen nicht zurückhalten konnte. Die Preisverleihung sei eine „große Umarmung“ für Leonor gewesen, schrieb am Wochenenden die spanische Zeitung „El País“. Immer wieder wandte sich König Felipe in seiner langen Rede an die Kronprinzessin, in die er immer wieder deren jüngere Schwester Sofía einbezog; an Letizias Seite hatte sie einen gleichberechtigten Platz auf der Bühne.

          Felipe erinnerte seine Tochter an die Verantwortung, die sie für ihr Land übernehmen werde, vergaß dabei aber nicht, seine eigene Nervosität bei seiner ersten Rede zu erwähnen. „Ich weiß sehr gut, was du in diesem Moment fühlst, denn ich bin sicher, dass es das Gleiche ist, was ich empfand. Deine Mutter und ich sind sehr stolz auf dich und freuen uns, dich zu begleiten und Zeugen dieses besonderen Tages zu sein“, sagte der Monarch. Mit keinem Wort erwähnte er die Straßenschlachten in Katalonien. Familiäre Harmonie und die Feier der Kontinuität der spanischen Monarchie waren ihm an diesem Abend wichtiger. Schon am 4. November wird Leonor ihren Antrittsbesuch in Barcelona machen, wenn dort der Preis der Prinzessin von Girona verliehen wird. Dort wird man ihrer Familie sicherlich einen anderen Empfang bereiten als in Asturien.

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