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Australische Sportler-Affäre : Ein Verhältnis auf Kosten der Steuerzahler

  • -Aktualisiert am

Nova Peris, die erste Ureingeborene im australischen Parlament, bestreitet Staatsgelder veruntreut zu haben. Im Hintergrund: Julia Gillard, die ehemalige Premierministerin von Australien. Bild: action press

Senatorin Nova Peris, die erste Ureingeborene im australischen Parlament, hat eine Affäre mit einem bekannten Leichtathleten. Das Problem: Zum Privatvergnügen soll sie ihn mit Steuergeldern von Trinidad und Tobago nach Australien geholt haben.

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          Ein angeblicher Sex- und Korruptionsskandal um die erste Ureinwohnerin im Parlament und einen Leichtathleten erregt in Australien gerade öffentliche Aufmerksamkeit. Die Zeitungen des aus Australien stammenden Verlegers Rupert Murdoch berichteten am Mittwoch, dass Nova Peris den früheren Sprinter Ato Boldon aus Trinidad und Tobago mit Steuergeld nach Australien geholt habe – weil sie mit ihm eine Affäre gehabt habe.

          Nova Peris war zu diesem Zeitpunkt verheiratet, Boldon ebenfalls. Die Senatorin wies die Vorwürfe der Steuerverschwendung zurück und teilte mit, zu Privatangelegenheiten werde sie nichts sagen. Boldon, der je vier Olympia- und Weltmeisterschaftsmedaillen gewann, kündigte an, er werde den Zeitungsverlag verklagen.

          Peris hatte in ihrer Sportkarriere als erste Ureinwohnerin mit dem australischen Hockeyteam eine olympische Goldmedaille gewonnen. Anschließend wurde sie Sprinterin, gewann 1998 zwei Goldmedaillen bei den Commonwealth-Spielen und nahm im Jahr 2000 an den Olympischen Spielen in Sydney teil. Außerdem stand sie im Blickpunkt, als sie als erste Läuferin auf australischem Boden den olympischen Fackellauf am heiligen Berg der Aborigines, Uluru (Ayers Rock), eröffnete.

          Leichtathlet Ato Boldon kurz vor dem Start. Wurde er mit Steuergeldern nach Australien geholt?
          Leichtathlet Ato Boldon kurz vor dem Start. Wurde er mit Steuergeldern nach Australien geholt? : Bild: Reuters

          2013 ließ die damalige Labor-Premierministerin Julia Gillard Peris bei den Wahlen im australischen Nordterritorium als Kandidatin der Labor-Partei antreten. Peris gewann. Vor knapp einem Jahr trat sie ihr Amt in Canberra an. Jetzt wirft ihr die Murdoch-Presse vor, 2010 Geld für Boldon aufgetrieben zu haben, damit sie mit ihm in Australien leben könne. Beide haben die Affäre weder bestätigt noch bestritten, wohl aber bestreiten sie, staatliche Mittel missbraucht zu haben.

          Der australische Leichtathletikverband teilte mit, dass er mit den Diensten Boldons „sehr zufrieden“ gewesen sei. Boldon hatte unter anderem für den Sport Werbung gemacht und Kinder unterrichtet. Boldon, der zeitweilig auch im Parlament seines Heimatlandes saß, hatte laut den jetzt veröffentlichten E-Mails umgerechnet 10.400 Euro plus Spesen verlangt. In Australien ist vor allem die Veröffentlichung privater Teile der E-Mails auf Empörung gestoßen. In ihnen erklärten die beiden explizit, was sie bei ihrem Treffen miteinander machen wollten. Außerdem berichteten die Zeitungen, Peris habe ein Nacktfoto von sich geschickt.

          Darüber hinaus hieß es, sie habe sich abfällig über Olympiasiegerin Cathy Freeman geäußert, die ebenfalls von den Ureinwohnern abstammt und in Sydney die olympische Flamme entzündet hatte. „Sie ist so dämlich – traurig, aber wahr – und hat keinerlei Kommunikationsfähigkeiten“, soll sie an Boldon geschrieben haben. Peris Labor-Partei hat sich aber auf ihre Seite geschlagen, so dass ihr Amt als Senatorin ungefährdet erscheint.

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