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Softwarefirma : Teamviewer geht im Herbst an die Börse

  • Aktualisiert am

Firmenlogo an der Teamviewer-Zentrale in Göppingen Bild: dpa

Die Finanzmärkte sind durch den Handelskrieg und Rezessionssorgen verunsichert. Trotzdem wagt sich das schwäbische Einhorn Teamviewer an die Frankfurter Börse, wo Neulinge sich in diesem Jahr rar machen.

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          Der schwäbische Softwarehersteller Teamviewer will noch in diesem Jahr den Sprung an die Frankfurter Börse wagen. Das Unternehmen aus Göppingen kündigte am Mittwoch offiziell den Börsengang im Prime Standard an.

          Der Finanzinvestor Permira, der 2014 bei Teamviewer eingestiegen war, will nach fünf Jahren die Gelegenheit zu einem Teilausstieg nutzen. Das Unternehmen selbst verkauft keine neuen Aktien. Insidern zufolge sollen rund 30 Prozent der Aktien bei neuen Investoren platziert werden. „Auch nach dem Börsengang bleiben wir als Großaktionär weiter stark engagiert“, sagte Permira-Deutschland-Chef Jörg Rockenhäuser.

          Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass Permira 30 bis 40 Prozent der Anteile loswerden will. Damit könnte das Volumen des Börsengangs bis zu zwei Milliarden Euro betragen. Die F.A.Z. hatte am 22. August berichtet, dass Teamviewer Kurs auf Anleger nimmt und einen Börsengang anpeilt. Das Unternehmen hat eine Software entwickelt, mit der sich Firmencomputer aus der Ferne warten und steuern lassen. So können sich Experten direkt auf die Rechner schalten, wenn Mitarbeiter mit IT-Problemen bei ihnen anrufen.

          Permira erhofft sich laut Finanzkreisen eine Bewertung von vier bis fünf Milliarden Euro für Teamviewer. Vor fünf Jahren hatte der Finanzinvestor 870 Millionen Euro gezahlt. Aus der Bewertung ergibt sich ein Emissionsvolumen von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Begleitet wird der Börsengang federführend von den amerikansichen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley. In der Regel dauert es von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz rund vier Wochen.

          „Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt, um unser volles Potenzial zukünftig als börsennotierte Gesellschaft auszuschöpfen“, sagte Teamviewer-Chef Oliver Steil. Die Software von Teamviewer ermöglicht es, Computer miteinander zu verbinden, etwa um Konferenzen oder Wartungsarbeiten durchzuführen. Für das laufende Jahr erwartet Teamviewer abgerechnete Umsätze von 310 bis 320 Millionen Euro, gut ein Drittel mehr als 2018. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll sich auf 177 bis 183 (Vorjahr: 121) Millionen Euro erhöhen.

          Für Permira dürfte sich der Börsengang lohnen. Teamviewer machte zwar am Mittwoch keine Angaben über das angepeilte Volumen. Experten gehen aber davon aus, dass das schnell wachsende und hoch profitable Unternehmen bei einem Börsengang insgesamt mit 4 bis 5 Milliarden Euro bewertet wird.

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