https://www.faz.net/-gv6-9k3sh

Aktienkurs bricht ein : Kraft Heinz muss Milliarden auf seine Marken abschreiben

  • Aktualisiert am

Soll Qualität versprechen: Der Tomatenketchup aus dem Markenportfolio des Konzerns Bild: AP

Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz ist wegen veränderter Verbrauchergewohnheiten tief in die roten Zahlen gerutscht. Die amerikanische Börsenaufsicht stößt zudem auf Ungereimtheiten. Anleger erleben einen Kursrutsch.

          Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz schreibt gut 15 Milliarden Dollar ab und hat eine Untersuchung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC am Hals. Die Behörde nehme bereits seit Oktober die Rechnungslegung und die internen Kontrollen des Konzerns unter die Lupe, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend bei der Bilanzvorlage mit.

          Wegen der Milliardenabschreibung und steigender Rohstoffkosten machte der Hersteller von Heinz-Ketchup und Philadelphia-Käse 2018 einen Nettoverlust von 10,3 Milliarden Dollar. Die Aussichten bleiben mau, die Quartalsdividende wird um gut ein Drittel gekürzt.

          Die Serie an Hiobsbotschaften ließ den Aktienkurs im nachbörslichen amerikanischen Handel um 20 Prozent auf ein Rekordtief abstürzen.

          Das ist auch ein herber Rückschlag für den amerikanischen Starinvestor Warren Buffett, der die Fusion der Lebensmittelkonzerne Kraft und Heinz im Jahr 2015 maßgeblich betrieben hatte. Kraft Heinz ist eines seiner größten Investments.

          Regionale Lebensmittel drücken Marge

          Den großen Nahrungsmittelkonzernen der Welt machen die sich rasch ändernden Konsumgewohnheiten zu schaffen. Weltweit setzen die Menschen zunehmend auf frische und regionale Lebensmittel und machen einen Bogen um Fertigprodukte. Deshalb schrieb Kraft Heinz den Wert seiner Marken im vierten Quartal um 15,4 Milliarden ab.

          Der fünftgrößte Nahrungsmittelkonzern der Welt sei mit seinen schwachen Marken in einer schlechteren Lage als viele Konkurrenten, sagte Analyst Neil Saunders von Global Data Retail.

          KRAFT HEINZ CO.DL -,01

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Besserung ist zunächst nicht in Sicht. „Wir erwarten 2019 Rückschritte“, gestand Finanzchef David Knopf ein. Im laufenden Jahr rechnet er mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 6,3 bis 6,5 Milliarden Dollar – gut eine Milliarde Dollar weniger als bislang von Analysten erwartet. 2018 ging das Ebitda wegen steigender Kosten um acht Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar zurück.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Boeing in der Krise : Aus Konkurrenzdruck an der Sicherheit gespart?

          Nach zwei Abstürzen steckt der Hersteller in einer schweren Krise. Die Boeing 737 Max ist das wirtschaftliche Fundament des Konzerns. Der Eindruck, zwischen Boeing und der Regierung herrsche allzu große Nähe, hat sich verfestigt. Vertrauen zurückzugewinnen, wird schwer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.