https://www.faz.net/-gv6-8b7vb

Fosun-Aktien ausgesetzt : Verschwundener Milliardär rüttelt Börsen auf

  • Aktualisiert am

Bleibt verschwunden: Guo Guangchang Bild: dpa

Vom chinesischen Milliardär und Chef des Fosun-Konzerns Guo Guangchang fehlt weiter jede Spur. Nun sind auch die Börsen in Aufruhr, in Hongkong wurden die Fosun-Aktien vom Handel ausgesetzt.

          2 Min.

          Das Rätselraten um einen verschwundenen chinesischen Milliardär versetzt nun auch die Börsen in Aufruhr: Die Aktien des chinesischen Mischkonzerns Fosun International sind am Freitag in Hongkong vom Handel ausgesetzt worden. Denn der Unternehmenschef und Milliardär Guo Guangchang ist seit dem frühen Donnerstagmorgen deutscher Zeit einfach verschwunden. Seither schießen die Spekulationen über seinen Verbleib ins Kraut. Fest steht bislang nur: Es gibt weiterhin keine Spur von dem Manager.

          Das chinesische Finanzmagazin Caixin hatte am Donnerstag als erstes darüber berichtet, dass im Fosun-Konzern nicht länger bekannt sei, wo sich der Unternehmenschef aufhalte und dass er nicht erreichbar sei. Guos Mobiltelefon sei ausgeschaltet. Der stellvertretende Fosun-Vorsitzende Liang Xinjun antwortete auf die Frage nach Guos Verbleib lediglich: „Wir haben die Situation im Griff.“ In den sozialen Medien gab es Spekulationen, der Fosun-Chef sei womöglich wegen Bestechungsvorwürfen festgenommen worden.

          Danach sank der Fosun-Aktienkurs am Donnerstag in Hongkong den sechsten Tag in Folge. Die Aktie verlor ein Prozent und schloss bei 13,34 Hongkong-Dollar. Im Over-the-Counter-Handel in New York brach der Kurs um mehr als elf Prozent auf 1,55 Dollar ein. Der Kurs der Dollar-Anleihe von Fosun im Volumen von 400 Millionen Dollar und Fälligkeit 2020 fiel in Hongkong um 16,1 Cent auf 88,30 Cent je 1 Dollar Nominalwert.

          Weitverzweigtes Imperium

          Guo, der sich selbst als Schüler von Warren Buffett bezeichnet, hat Fosun in den vergangenen drei Jahren über Dutzende von Transaktionen, die zumeist durch Fosun International vorgenommen wurden, zu einem weitverzweigten Imperium ausgebaut. Die Bandbreite der Aktivitäten reicht von Versicherungen bis zu Ferienanlagen. Unter anderem besitzen seine Gesellschaften Club Méditerranée, die griechische Schmuckmarke Folli Follie sowie eine Beteiligung an Cirque du Soleil Inc. In Deutschland ist Fosun an einer Übernahme der BHF-Bank interessiert und konkurriert dabei mit der französischen Bank Oddo.

          „Der verschwundene Vorsitzende wird große Auswirkungen auf Investments in China und die Entwicklung des Unternehmens haben", sagte Cyrus Ng, Analyst bei China Galaxy Securities Co. in Hongkong. In diesem Jahr hat Fosun International 16 Transaktionen im Volumen von zusammen 29 Milliarden Yuan (4,1 Milliarden Euro) angekündigt, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Zu einer der größten Akquisitionen zählt das One Chase Manhattan Plaza in New York. Im Juli wurde nach Unternehmensangaben die frühere Zentrale der italienischen Bank Unicredit in Mailand erworben.

          Der Bloomberg Billionaires Index sieht Guo auf Platz 17 der reichsten Personen Chinas, mit einem Nettovermögen von 5,6 Milliarden Dollar. Guo hatte Fosun in den Neunzigerjahren zusammen mit vier Freunden und einem Startkapital von rund 6000 Dollar gegründet.  Über die Jahre baute er sein Imperium auf und hielt sich dabei an den Investmentansatz von Warren Buffett bei Berkshire Hathaway.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Robert Habeck und Annalena Baerbock

          Hanks Welt : Immer eng am Zeitgeist

          Die Grünen waren zeitweise eine liberale Partei. Aber kann man die Partei heute (noch) wählen?

          Krise im deutschen Fußball : Die Nationalelf ist im freien Fall

          Seit dem WM-Sieg stürzt der Image-Wert des Nationalteams in den Keller, wie eine Umfrage belegt. Auch die Entfremdung von der Elf erreicht eine neue Dimension. Das hat nicht nur mit Niederlagen auf dem Rasen zu tun.
          Neue Hoffnung für die Blockchain: Kommt diesmal der Durchbruch?

          Zukunft der Computer : Bitcoin – Blockchain – Boom

          Der jüngste Kursanstieg der Kryptowährung lenkt den Blick auf eine Technologie, die gewaltiges Potential hat: Es geht um sichere Lieferketten, den digitalen Euro und mehr. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.