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Vereinsaktien : Geld verdienen mit Fußball

Rückkehrer Mats Hummels treibt den Aktienkurs von Borussia Dortmund. Hier ein Bild aus dem Jahr 2015. Bild: Pressefoto ULMER/Markus Ulmer

Nach Borussia Dortmund geht auch der drittklassige Klub aus Unterhaching an die Börse. Keine schlechte Idee – auch für Anleger. Jedoch gibt es einige Risiken.

          Im Fußball ist selbst die Sommerpause eine spannende Zeit. Während der Spielbetrieb ruht, arbeiten die Manager der Profiklubs insgeheim daran, neue Stars zu verpflichten und damit den bestehenden Kader zu verstärken. Die Anhängerschaft verfolgt jedes Transfergerücht mit Hoffen oder Bangen und kommentiert es oft in den sozialen Netzwerken. Besonders stark reagieren aber jene, für die es nicht nur um Leidenschaft geht, sondern auch um ihr Geld.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Beispielsweise die Aktionäre von Borussia Dortmund, dem einzigen börsennotierten Fußballverein Deutschlands. Auf jeden neuen Star, den der Meisterschaftszweite in den vergangenen Wochen präsentierte, reagierten die Anleger mit spürbarem Optimismus. So stieg der Aktienkurs um 2,6 Prozent, als der BVB unlängst die Rückkehr von Verteidiger Mats Hummels für mehr als 30 Millionen Euro Ablöse bekanntgab.

          Solide und skandalfrei geführt mit geordneter Fanbasis

          Offenbar sind die Anleger von der Dortmunder Transferpolitik, gute Spielertypen für international vergleichsweise überschaubare Beträge zu verpflichten, ziemlich überzeugt. Fraglich bleibt indes, ob der BVB-Kader hält, was er verspricht. Nur in der Bundesliga der Herausforderer des FC Bayern zu sein, kann nicht der Anspruch sein. Nötig wäre auch mal wieder ein Vorankommen in der europäischen Champions League, wo hohe Siegprämien und enorme Fernsehgelder ausgeschüttet werden. Dortmund sei „solide aufgestellt“, sagt Alexander Langhorst, Geschäftsführer von GSC Research. „Die BVB-Aktie können sich Anleger ernsthaft anschauen.“

          Nun können Anleger auch noch eine andere deutsche Fußballaktie in den Blick nehmen. Anders als manche Bundesligaklubs, die sich über Anleihen finanzieren, geht die Spielvereinigung Unterhaching Ende Juli an die Börse. Ab Montag, dem 15. Juli, können Aktien zum Festpreis von 8,10 Euro gezeichnet werden. Bis zu 7,7 Millionen Euro brutto will Unterhaching erlösen, um Schulden abzubauen, in den Nachwuchs und neue Spieler zu investieren und möglichst schnell in die zweite Liga aufzusteigen. In der zweiten Liga hätte Unterhaching zehn Millionen Euro an Fernsehgeldern zu erwarten – zehnmal mehr als jetzt eine Liga tiefer. „Das Wachstum des Unternehmens soll nicht mit Schulden, sondern mit Eigenkapital finanziert werden“, sagt Claus Lemke, Geschäftsführer von Portfolio Control, das den Unterhachinger Gang an die Münchner Börse begleitet.

          Nun ist die Spielvereinigung, obwohl zur Jahrtausendwende kurz in der ersten Liga, nicht gerade eine große Nummer im Fußballgeschäft. Der Klub vor den Toren Münchens hat gerade einmal 1000 Mitglieder – der FC Bayern in der Nachbarschaft hat 300 Mal mehr. Doch habe eine Evaluierungsstudie ergeben, dass es reges Interesse von Investoren gebe, sagt Lemke. Der Klub sei solide und skandalfrei geführt und habe eine geordnete Fanbasis.

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