Polarforschung : Der geheimnisvolle See unter dem antarktischen Eis

Russische Forscher haben mit einem Spezialbohrer eine Tiefe von vier Kilometern erreicht. Die oberste Schicht des subglazialen Wostok-Sees ist angebohrt. Das Projekt ist eine Strapaze für Mensch und Material.
Dass es russischen Polarforschern in der vergangenen Woche mit einer Bohrung gelungen ist, noch kurz vor Einsetzen des Südwinters die Oberkante des im Eis der Ostantarktis eingebetteten Wostok-Sees zu erreichen, ist nicht nur eine technische Meisterleistung (siehe F.A.Z. vom 9. Februar). Mit dem Erfolg hat die aus zwölf Personen bestehende Bohrmannschaft der 57. russischen Antarktis-Expedition ein ohnehin schon bedeutendes Stück Wissenschaftsgeschichte um ein weiteres Kapitel ergänzt. Aus dieser Bohrung stammt nämlich auch der inzwischen berühmte, mehr als 3300 Meter lange "Wostok-Eiskern", anhand dessen sich das Klima der Südpolarregion erstmals mehr als 400 000 Jahre zurückverfolgen ließ.





