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Veröffentlicht: 06.12.2015, 13:34 Uhr

Die Vermögensfrage Riester-Verträge zu Ende gedacht

Viele Riester-Sparpläne ignorierten früher die Auszahlungsphase. Im Alter wird ein Teil des Kapitals in eine Versicherung umgewandelt. Ein Vergleich lohnt.

von Barbara Brandstetter
© Plainpicture Riester-Sparen: Hoffentlich reicht es.

Die Anleger haben Jahr für Jahr ihre Beiträge überwiesen, Zulagenanträge ausgefüllt, angepasst und in der Steuererklärung die Einzahlungen in die Riester-Rente als Sonderausgaben verrechnet. In den vergangenen Jahren hat sich so zwar kein Vermögen, doch ein ganz ansehnliches Sümmchen angesammelt. Viele Riester-Sparer der ersten Stunde haben ihren Sparplan beim Abschluss jedoch nicht bis zum Ende geplant. Schließlich wussten damals in den ersten Jahren nach Einführung des Produktes auch etliche Anbieter von Bank- und Fondssparplänen nicht, wie und mit welchem Partner sie die Auszahlungsphase konkret gestalten wollen. Dabei ist für Anleger nicht nur relevant, in der Sparphase einen guten Vertrag abzuschließen – auch vor der Auszahlungsphase des Sparplans lohnt ein Vergleich.

Wenn kurz vor dem wohlverdienten Ruhestand das Schreiben des Riester-Sparplan-Anbieters im Briefkasten liegt, ist die Ernüchterung bei einigen Anlegern groß. Denn von dem Ersparten zieht der Anbieter zunächst einen Betrag ab, der in eine Leibrente fließt. Diese garantiert eine lebenslange Rente ab dem 85. Lebensjahr. So sieht es das Alterszertifizierungsgesetz vor. In diesem ist auch festgehalten, dass die Auszahlungen über die gesamte Rentendauer stets in gleicher Höhe erfolgen oder steigen müssen. Nach Abzug des Beitrags für die Leibrente wird die verbliebene Summe bis zum 85. Geburtstag an den Riester-Sparer ausgezahlt. Je höher der Betrag, der in die Rentenversicherung fließt, desto geringer fällt in der Regel die monatliche Zahlung bis zum 85. Geburtstag aus. Alternativ bieten Banken eine Sofortrente an. Doch dazu später mehr.

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„Irgendwann gerät jeder Riester-Sparer in die Fänge der Versicherungswirtschaft“, sagt Finanzmathematiker Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten. Ausnahmen gibt es lediglich bei Wohn-Riester. Das sei vielen Anlegern, die in den ersten Jahren einen Riester-Sparplan abgeschlossen haben, nicht bewusst. Haben sie sich doch für einen Fondssparplan entschieden, um sich eine möglichst hohe Rendite in der Ansparphase zu sichern, oder wegen der großen Flexibilität einen Banksparplan unterschrieben. Von Versicherung sei oft keine Rede gewesen. Auch nicht von der Absicherung biometrischer Risiken in der Auszahlungsphase.

Staatlich geförderte kapitalgedeckte Altersvorsorge

„Riester-Sparer sollten nicht nur beachten, was in der Ansparphase am Ende herauskommt. Relevant ist auch, was im Alter Monat für Monat garantiert ausgezahlt wird und ob der Anbieter im Bedingungswerk Möglichkeiten eingebaut hat, diese Garantiezusagen zum Nachteil des Kunden abändern zu können“, sagt Joachim Haid, Versicherungsmakler und Geschäftsführer der Softfin UG, der in seiner Datenbank viele hundert Riester-Bedingungen eingespeist hat. Nur so könnten einzelne Riester-Produkte miteinander verglichen werden. Ein komplexes Unterfangen. Denn bei Riester-Sparplänen gibt es in der Regel überhaupt keine Rentengarantien.

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