Verletzungen : Zwei schwarze Fußballtage

Erst Giulia Gwinn, dann Jamal Musiala: Zwei zentrale Profis des deutschen Fußballs sind schwer verletzt. Nun muss sich vor allem das Nationalteam bei der EM schnell von diesem Schock erholen.
Noch stark genug ohne Leitfigur?
Als sich das Team ein letztes Mal nach dem ersten EM-Spiel geschlossen öffentlich zeigte, war Giulia Gwinn noch dabei. Stürmerin Selina Cerci hatte sich ein Trikot mit dem Namenszug der Kapitänin übergezogen und war damit bei der Ehrenrunde im Stadion von St. Gallen vorneweg gelaufen. Überbordende Begeisterung wollte beim Marsch entlang der Tribünen nicht aufkommen. Das Publikum als auch die Spielerinnen ahnten längst, dass der 2:0-Erfolg über Polen einen faden Beigeschmack besitzen würde. Bundestrainer Christian Wück sprach später von einem „teuer erkauften Sieg“. Gwinn konnte sich zu vorgerückter Stunde am Freitag nur noch auf Krücken fortbewegen. Sie hatte in der 36. Minute, bei einer Grätsche, mit der sie die Polin Ewa Pajor im Strafraum vom Ball trennte, am linken Knie eine schmerzhafte Verletzung erlitten. Am Morgen danach, im Anschluss an MRT-Untersuchungen in einer Klinik in Zürich, wo der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sein Quartier für diese Europameisterschaft aufgeschlagen hat, herrschte Gewissheit: Gwinn fällt wegen einer Innenbandverletzung aus. Sie wird „voraussichtlich mehrere Wochen“ pausieren müssen. Für die Leitfigur der DFB-Elf ist das Turnier vorbei, ehe es richtig begonnen hat.
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