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Der Traum von Gelb : Ein deutscher Sieger bei der Tour de France?

  • -Aktualisiert am

Körperbau, Qualitäten im Zeitfahren, Stärke am Berg: Lennard Kämna hat viel Potential. Bild: dpa

Kann ein Radprofi aus Deutschland wieder die Tour de France gewinnen? Die Chancen steigen. Doch die Rundfahrt wird auch im Kopf entschieden – manch einer ist an dem Druck zerbrochen.

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          Gelb elektrisiert die Sportfreunde hierzulande. Wenn es als Gelbes Trikot auf den Schultern eines Deutschen bei der Tour de France daherkommt. Das war einst schon bei Didi Thurau so, als dieser 1977 für 15 Tage in Gelb durch Frankreich radelte. Und erst recht bei Jan Ullrich, der zwanzig Jahre später als erster und bislang einziger Deutscher Gelb bis nach Paris trug. Obwohl dessen Leistungen nachweislich auch auf Lug und Trug beruhten, haben sich jene Sommertage tief ins kollektive deutsche Sportgedächtnis eingegraben. Noch immer werden deutsche Rennfahrer daraufhin abgeklopft, ob sie der neue Jan Ullrich werden können. Ob sie der Nation weitere Momente in Gelb schenken können und wann sie denn so weit sind.

          Als Ullrich 1997 auf den Champs-Elysées seinen größten Tag erlebte, war Lennard Kämna noch nicht einmal ein Jahr alt. Das aktuell größte deutsche Rundfahrer-Talent gehört nicht nur einer anderen Generation an, es übt auch quasi einen anderen Sport aus als Ullrich damals. Für die heutigen Profis ist ein Ullrich’scher Lebensstil undenkbar. Damals hat man zugesehen, wie der Ausnahmefahrer sich nach der Tour ein halbes Jahr lang buchstäblich dem süßen Leben hingegeben hat – mit entsprechender Gewichtszunahme. Alljährlich hieß es bei dem Rostocker: einmal vom Moppel zum Tour-Favoriten und zurück. Wer heute im Radsport erfolgreich sein möchte, trainiert das ganze Jahr lang quasi rund um die Uhr und lebt nahezu asketisch. Das gilt von den Umfängen und Anforderungen her besonders für den exquisiten Klub jener Profis, die sich Klassementfahrer nennen und bei großen Landesrundfahrten mindestens einen Top-10-Rang anstreben. Hierzulande gibt es aktuell genau einen Rennfahrer, der sich diesem Weg nicht nur verschrieben hat, sondern der bewiesen hat, dass er mithalten kann: Emanuel Buchmann. Der 27-Jährige vom Team Bora-hansgrohe hat Rang vier bei der letztjährigen Tour erreicht. In diesem Jahr sollte es Richtung Podium gehen, doch nach einem Sturz unmittelbar vor der Frankreich-Rundfahrt war er nicht konkurrenzfähig.

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