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Debakel für Ineos : Titelverteidiger Bernal beendet Tour de France

  • Aktualisiert am

Endstation erreicht: Für Egan Bernal ist die Tour de France vorbei. Bild: Reuters

„Alles für Egan Bernal“ hieß das Motto beim Super-Rennstall Ineos. Doch der Plan geht nach hinten los. Nach sieben Toursiegen in den letzten acht Jahren endet bei der Tour de France eine Ära.

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          Auf der ersten Alpenetappe quälte sich Egan Bernal noch im Gruppetto mit Altstar André Greipel über die Berge, dann schlug der Titelverteidiger das Kapitel 107. Tour de France zu. Noch vor der Königsetappe am Mittwoch stieg der 23 Jahre alten Kolumbianer aus und machte damit das Debakel seines Super-Rennstalls Ineos Grenadiers perfekt. „Natürlich wollte ich nicht, dass meine Tour de France so endet, aber ich stimme zu, dass es unter den gegebenen Umständen die richtige Entscheidung für mich ist“, wurde Bernal in einer knappen Neun-Zeilen-Meldung seines Teams zitiert.

          Es ist der logische Schritt nach seiner Tour zum Vergessen. Mit Rückenschmerzen schon in die Rundfahrt gegangen konnte Bernal dem Tempo der Slowenen-Stars Primoz Roglic und Tadej Pogacar nie richtig folgen. Dem Einbruch am Grand Colombier folgte am Dienstag die nächste Bummelfahrt mit fast einer halben Stunde Rückstand auf den Etappengewinner Lennard Kämna. Eines Toursiegers nicht würdig.

          Mit dem Ausstieg von Bernal nimmt auch die Kritik an dem allmächtigen Teamchef Dave Brailsford zu. Das Mastermind hat sich gehörig verkalkuliert, als er vor der Tour die beiden Ex-Sieger Chris Froome und Geraint Thomas aus dem Tour-Kader befördert und ganz auf die Karte Bernal gesetzt hatte. „Man nimmt seine Big Player zu solchen Rennen mit“, monierte Ex-Tour-Champion Sir Bradley Wiggins und fügte hinzu: Allein „ihre Präsenz beim Abendessen, auf den Flachetappen oder auf der Startliste“ habe eine Wirkung, so der mehrmalige Olympiasieger.

          Dass Thomas bei der stark besetzten Radrundfahrt Tirreno-Adriatico zeitgleich auf den zweiten Gesamtrang gefahren war, hat Brailsfords Entscheidung nur noch fragwürdiger aussehen lassen. Froome, der nach seinem schlimmen Sturz vor einem Jahr immer noch seine Form sucht, hätte wohl weniger helfen können. Gleichwohl sieht der Vierfach-Gewinner das anders: „Ich wäre gerne zur Tour gefahren und hätte eine Rolle spielen können.“ Wiggins meinte, dass sein früherer Teamkollege allein wegen seiner Erfolge das Recht auf eine Nominierung gehabt habe.

          Ineos steht kopflos da

          Statt drei Kapitäne steht Ineos nun kopflos da. Dass sich Richard Carapaz, immerhin amtierender Giro d’Italia-Sieger, von Kämna auf der Etappe nach Villard-de-Lans derart düpieren ließ, passte ins Bild. Thomas als Kapitän beim Giro d’Italia und Froome bei der Vuelta sollen die Saison für die mit fast 40 Millionen Euro alimentierte Top-Mannschaft nun halbwegs retten.

          Und Bernal? „Egan ist ein echter Champion, der es liebt, Rennen zu fahren, aber er ist auch ein junger Fahrer, der noch viele Touren vor sich hat“, sagte Brailsford. In diesem Jahr aber wohl nicht mehr. Auch seine WM-Teilnahme in Imola hat er gestrichen. „Ich habe den größten Respekt vor diesem Rennen und freue mich schon jetzt darauf, in den kommenden Jahren wiederzukommen“, kündigte der Youngster an.

          Tour de France

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