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Erklärung in Berlin : Spitzensportler loben Anti-Doping-Gesetz

Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll unterstützt den Entwurf des neuen Anti-Doping-Gesetzes Bild: dpa

22 deutsche Spitzensportler setzen ein öffentliches Zeichen für das neue Gesetz. Athleten wie Tony Martin und Christina Obergföll sprechen sich ohne Vorbehalt für die strafrechtliche Verfolgung dopender Athleten aus.

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          22 Spitzensportler und Spitzensportlerinnen sind Erstunterzeichner einer Erklärung pro Anti-Doping-Gesetz, dessen Entwurf die Bundesregierung in dieser Woche vorgelegt hat und das der Bundestag im kommenden Jahr verabschieden soll. Im Gegensatz zur Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Athletenkommission des Dachverbandes sprechen sie sich ohne Vorbehalt für die strafrechtliche Verfolgung dopender Athleten aus.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Es war längst an der Zeit für ein solches Gesetz“, sagte bei der Vorstellung der Petition am Freitag im Berliner Olympiastadion Radprofi John Degenkolb. „Zwei Jahre Sperre sind abschreckend. Aber Doper vor Gericht zu stellen, hebt die kriminelle Energie auf eine andere Ebene.“

          Tony Martin, dreimal Weltmeister im Einzelzeitfahren, sagte: „Wir brauchen das Gesetz wirklich – und sei es, um den endlich erreichten Standard im Radsport zu halten.“ „Wenn so harte Strafen drohen“, findet Handball-Nationalspieler Paul Drux, „macht Doping keinen Sinn.“ „Unsere Vorbildwirkung wird unterstützt“, lobte Heinrich Popow, Paralympics-Sieger im 100-Meter-Lauf. „Wenn wir von anderen Ländern erwarten, mehr zu tun, müssen wir vorangehen“, urteilte Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll.

          Justizminister Heiko Maas kündigte an, dass noch weitere Athleten den Aufruf unterschreiben werden. „Als saubere Sportlerinnen und Sportler unterstützen wir (...) ein Anti-Dopinggesetz, das in Deutschland das Selbst-Doping und den uneingeschränkten Besitz von Doping-Mitteln zum Zweck des Selbstdopings unter Strafe stellt“, heißt es darin. „Sportgerichtsbarkeit und eine effektive Strafverfolgung können gemeinsam dazu beitragen, dass Doping im Sport keine Chance hat.“ Noch hat kein Fußballspieler unterschrieben.

          Der DOSB kritisiert, dass die strafrechtliche Verfolgung dopender Athleten das Sportrecht unterminiere, welches bei positiven Proben sofortige Sperren erlaubt. Die Athletenkommission des DOSB hat gemahnt, das Sportrecht nicht zu gefährden.

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