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Schwimm-WM : Vor Rio noch einmal in die Druckkammer

  • -Aktualisiert am

Als Weltmeister wieder aufgetaucht: Marco Koch ist die neue Leitfigur der deutschen Schwimmer. Bild: Getty

Widersprüchliche WM: Ging es voran für die deutschen Schwimmer in Kasan? Die Zahlen deuten darauf hin, auch der Titel für Marco Koch. Einige aber sehen es ganz anders.

          Sie haben sich viel Mühe gegeben hier in der russischen Republik Tatarstan, um aus den Schwimm-Weltmeisterschaften ein schillerndes Event zu machen. Der FK Rubin wurde für die Zeit der WM aus seinem schicken neuen Fußball-Stadion geschmissen, und diese nun in der Mitte geteilte Arena war jeden Abend bis unter das provisorische Dach gefüllt. Die Stimmung prächtig, Lichteffekte, laute Musik, Sportshow. Morgens ging es weit weniger spektakulär zu. Da schwammen die Sportler recht unbehelligt um die Chance, sich am Abend auf der großen Bühne zu präsentieren.

          Deutschlands Besten war diese Möglichkeit zuletzt meist verschlossen geblieben. Nur vier sah man vor zwei Jahren in den WM-Finals. In London, bei Olympia 2012, waren es immerhin fünf. Finalteilnahmen sind die Währung, in der im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) Weltmeisterschaften gemessen werden. Und nun, am Ende der WM, da aus dem Schwimm-Stadion von Kasan wieder ein Fußball-Stadion wird, konnte Sportdirektor Lutz Buschkow von seinem Din-A4-Zettel ablesen: „Über 100 Prozent mehr Teilnehmer in den olympischen Disziplinen“ als in Barcelona. Anders ausgedrückt: Immerhin neun Mal konnten die TV-Zuschauer daheim einem Deutschen im Finale die Daumen drücken.

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Hentke, Vierte über 200 Meter Schmetterling

          Vier bis sechs Medaillen sollten die Deutschen aus dem mobilen WM-Becken fischen, was aber schon zuvor von Henning Lambertz als „utopisch“ abgetan worden war. Der Chef-Bundestrainer hatte da eher drei auf seinem Zettel. Zwei davon hat er dann auch bekommen. Bronze von Paul Biedermann über 200 Meter Freistil und Gold von Marco Koch über 200 Meter Brust. Dazu Überraschungsbronze in der neu eingeführten, nichtolympischen Mixed-Lagenstaffel.

          Eine Einzel-Medaille mehr als noch vor zwei Jahren. Das ist zunächst einmal ein gutes Zeichen für den DSV und den vom Verband nach den medaillenlosen Spielen von London eingeleiteten Neustart. Biedermanns Bronze stimme den DSV zumindest „hoffnungsvoll“ (Sportdirektor Buschkow) mit Blick auf Rio de Janeiro. Kochs Gold sei da „besonders wertvoll“. Der DSV hat gelernt, realistischer zu sein – und sich bei Bilanzen auf Zahlen zu konzentrieren, die auf Zetteln niedergeschrieben werden können.

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          Das augenscheinlichste Problem der Deutschen in den vergangenen Jahren war der eklatante Leistungsabfall zwischen Qualifikation für ein Großereignis und der Meisterschaft selbst, dem Saisonhöhepunkt. Die Erkenntnis: Für den Großteil der Schwimmer sei mit der Qualifikation für den Höhepunkt schon das Saisonziel erreicht. Dabei sein ist alles, der Rest Zugabe. Das hat Lambertz in den Griff bekommen. Schon vor der Heim-EM 2014 hatte er als zweite Hürde einen Überprüfungswettkampf eingeführt, um kontrollieren zu können, ob der Formaufbau stimmt. Die Zahlen hier: 39 Einzelstarts, mehr als 40 Verbesserungen. In Barcelona waren es bei 42 Einzelstarts klägliche neun Steigerungen.

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