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Nationalteam und Bundesliga : Corona und die Folgen für den Handball

  • -Aktualisiert am

Nationaltorwart Johannes Bitter hat sich mit dem Coronavirus inifiziert. Bild: dpa

Nationaltorwart Johannes Bitter hat sich mit dem Coronavirus infiziert. In der umstrittenen Länderspielwoche ist nun eingetreten, was viele befürchtet hatten – mit schwer einzuschätzenden Folgen für den Spielbetrieb in der Handball-Bundesliga.

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          Als auch das Ergebnis des am Montag veranlassten Nachtests dem Deutschen Handballbund (DHB) vorlag, war am Dienstagabend klar, dass sich Torwart Johannes Bitter mit dem Coronavirus infiziert hat. Bitter sei „frei von Symptomen“ und habe sich in häusliche Isolation begeben, teilte der DHB mit. Der erste Test hatte am Sonntagabend in Tallinn nach dem Sieg der Deutschen in der EM-Qualifikation über Estland stattgefunden. Bitter sagte: „Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist. Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell.“ Alle Vorgaben des DHB-Hygienekonzepts seien akribisch eingehalten worden.

          Am Mittwoch teilte der Verband mit, dass ein weiterer Nationalspieler positiv getestet worden sei. Der Spieler befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, einen Namen nannte der DHB in seiner Mitteilung nicht. Er habe sich bereits einem zweiten Test unterzogen, dessen Ergebnis im Laufe des Mittwochs erwartet wird. Unabhängig von diesem zweiten Testergebnis reagierte die Handball-Bundesliga (HBL) und sagte vorsorglich die ursprünglich für diesen Mittwochabend geplante Partie zwischen der SG Flensburg-Handewitt und der MT Melsungen ab. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Beide Klubs hatten für die deutsche Nationalmannschaft Spieler abgestellt.

          In der umstrittenen Länderspielwoche ist nun eingetreten, was Spieler, Vereinsmanager und Trainer befürchtet hatten – mit schwer einzuschätzenden Folgen für den Spielbetrieb in der Bundesliga. Dazu sagte Maik Machulla, Trainer der SG Flensburg und Sprecher der Trainer-Taskforce, schon vor der Absage des eigenen Spiels: „Wenn Spieler eine Mannschaft verlassen und in ein Team wechseln, in der Spieler aus vielen verschiedenen Vereinen zusammenkommen, wächst das Infektionsrisiko fast automatisch. Wir haben stets eisern die Hygiene-Vorschriften beachtet, doch in der letzten Woche hatten wir keine Kontrolle.“

          Flensburg isolierte die negativ getesteten Nationalspieler Franz Semper (Deutschland) und Benjamin Buric (Bosnien) vor dem Abschlusstraining, weil sie mit Corona-infizierten Nationalspielern in Kontakt waren. Die Partie von FA Göppingen bei der TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstag könnte verlegt werden. Zwei Göppinger Nationalspieler sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit Bitter im Auto heimgereist sein. Semper und Buric können im Falle eines weiteren negativen Tests am Mittwoch spielen.

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          Die Partie von Bitters Klub TVB Stuttgart beim HC Erlangen am Mittwoch wird stattfinden. Bitter hatte keinen Kontakt zu Stuttgarter Teamkollegen. TVB-Manager Jürgen Schweikardt sprach von einer Schwächung, der „beste Spieler“ fehle. In der Diskussion um Abstellungen für Nationalspieler in Pandemiezeiten warb Schweikardt gleichwohl, „über den Tellerrand zu schauen“.

          Spielplan der Handball-WM 2021 in Ägypten

          Auch der Europäische Handballverband EHF und der DHB müssten „fortbestehen und ihre Verträge einhalten“. Den schwarzen Peter schob niemand DHB oder EHF zu. Doch die internationalen Partien bleiben eine Gratwanderung. Das galt zuvor schon für Spiele in den europäischen Wettbewerben, die in Risikogebieten stattfanden – oder ausfielen, was reihenweise in der Champions- und European League vorkam.

          In diesem Jahr gibt es keine Länderspiele mehr. Doch mit Blick auf die WM in Ägypten im Januar geht die Angst um – es bleibt die Frage, welche Vereine am meisten unter möglichen Infektionen leiden werden. Dazu sagte Ligachef Frank Bohmann dem Sportinformationsdienst: „Bei der WM wird man ein ähnliches Risiko haben. Es werden 32 Mannschaften aus der ganzen Welt zusammenkommen mit unterschiedlichen Niveaus von Neuinfektionen und verschiedenen Hygienekonzepten. Sind alle Mannschaften in Kairo vor Ort, kann allerdings in einem streng abgeschirmten Bereich ein Turnier in einer Bubble mit einem verhältnismäßig geringen Risiko durchgeführt werden.“

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