https://www.faz.net/-gtl-9irnm

WM-Spiel gegen Serbien : Die forschen Töne der deutschen Handballer

Mit Dampf in die Hauptrunde: Uwe Gensheimer und die deutschen Handballer. Bild: AFP

Trotz der Unentschieden in den beiden jüngsten Spielen spüren die Handballspieler einen Schub. Für die Hauptrunde der WM wird nun gleich eine besondere Hochrechnung aufgestellt.

          4 Min.

          Über Handball wurde gar nicht so viel gesprochen am Tag danach. Zumindest nicht in dem Sinne, dass taktische oder technische Feinheiten beim 25:25 gegen Frankreich im Vordergrund gestanden hätten bei der Pressekonferenz der Handball-Nationalmannschaft. Um „Euphorie“ ging es vor allem, das war auch ohne offizielle Zählung das meistgehörte Wort am Mittwoch in Berlin, und damit verbunden auch um Schübe. Solche emotionaler Art, wie sie das begeisternde Spiel gegen den Weltmeister am Dienstag ausgelöst hatte – mit dem Nebeneffekt, dass manche erst spät in den Schlaf gefunden hatten; vier Uhr morgens war es bei Andreas Wolff, „für mich ein Novum“, wie der Torhüter sagte.

          Handball-WM 2019

          Von einem weiteren Schub, dem in Sachen Popularität und Aufmerksamkeit, berichtete Bob Hanning. Mit 12 Millionen Fernsehzuschauern in der Spitze sei erstmals die selbstgesteckte Marke von 10 Millionen geknackt worden, sagte der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB). Und Hanning wäre nicht Hanning, wenn er das nicht zum Anlass neuer Berechnungen genommen hätte: „Wenn wir 30 Prozent Marktanteil haben, frage ich mich natürlich: Was machen die anderen 70 Prozent?“ Das waren forsche Töne, wie man sie kennt vom Macher des deutschen Handballs. Das Neue am Mittwoch war: Dass dies auch insgesamt die Tonlage war, also auch in Bezug auf das Sportliche, bevor es nun zum Abschluss der Vorrunde an diesem Donnerstag gegen Serbien (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) geht und dann, von Samstag an, in die Hauptrunde nach Köln.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Es war an Alexander Haase, dem Assistenztrainer, das neue deutsche Selbstverständnis auf eine prägnante Formel zu bringen: „Wir können gegen jeden gewinnen.“ Christian Prokop war nicht erschienen. Der Bundestrainer hat sich für diese WM eine gewisse mediale Zurückhaltung verordnet. Mit der Erklärung, dass es ja ohnehin nichts Neues zu sagen gebe, hatte er sich am Dienstagabend in der Arena abgemeldet – nach dem besten Länderspiel in seiner Amtszeit, wie Hanning das nach dem 25:25 in die Mikrofone gesprochen hatte. Am Mittwoch gab der starke Mann im DHB diesem Schnellbefund noch ein paar schärfere Konturen. „Ich kann mich nur an 2016 erinnern, dass wir so als Mannschaft, als Team aufgetreten sind“, sagte er und sprach von diesem „Kribbeln“, das er damals gespürt haben. Nun sei es wieder da.

          Tatsächlich war es in dieser Hinsicht ein besonderer Abend. Als Einheit hatte sich die deutsche Mannschaft schon vorher präsentiert bei dieser WM. Aber noch nicht mit dieser Intensität und Emotionalität wie gegen Frankreich. Und auch noch nicht mit Protagonisten, die Martin Strobel, Fabian Wiede und auch Patrick Groetzki hießen. Das 22:22 gegen Russland hatte alte Zweifel an Prokop neu genährt, vor allem das Grummeln über seine Personalauswahl wurde schon wieder vernehmlich lauter. Zum einen wegen Groetzki, der gegen Russland noch bescheidener gespielt hatte als vorher, oder vielmehr wegen Tobias Reichmann, dem zweiten Mann auf rechts außen, den Prokop aussortiert hatte. Diesmal machte Groetzki einen Satz aus dem Tief hinaus und erzielte drei Treffer. Von noch größerer Tragweite aber erschien vielen die Personalie Strobel, den der Bundestrainer als Spielmacher ausersehen hatte, obwohl er nur noch in der Zweiten Bundesliga spielt, in Balingen. Auch Strobel war gegen Russland abgetaucht, aus dem Spiel genommen von der offensiven russischen Deckung.

          Weitere Themen

          Maulkorb für Vettel und Leclerc

          Nach Ferrari-Fiasko : Maulkorb für Vettel und Leclerc

          „Was zur Hölle“: Die beiden Formel-1-Piloten waren kaum zu beruhigen nach dem fatalen Ferrari-Crash beim Großen Preis von Brasilien. Nach dem Rennen aber wurde eine Medienrunde mit Sebastian Vettel und seinem Teamkollegen abgesagt.

          „Das ist toll – und komisch“

          EM-Vorrunde in München : „Das ist toll – und komisch“

          Die deutsche Elf darf alle drei Vorrundenspiele bei der paneuropäischen EM in München bestreiten. Dort drohen gleich zwei prominente Gegner in der Gruppe. Und ein Kontrahent steht erst im März fest.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.