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Bernd Leno hatte nach dem Spiel in Leipzig Schmerzen im Knie. Bild: dpa

Leverkusen beklagt Verletzte : „Das sieht nicht gut aus“

  • Aktualisiert am

Im Kampf um die Plätze in der Champions League zeigt Bayer eine Gala und gewinnt nach furiosem Spiel 4:1 in Leipzig. Doch der Jubel ist verhalten. Denn nicht nur Nationaltorwart Bernd Leno verletzt sich.

          So spürbar glücklich Spieler und Trainer von Bayer 04 Leverkusen und schmerzlich getroffen Spieler und Trainer von RB Leipzig auch waren – in einem herrschte Einigkeit. Im Sechskampf um die Champions-League-Plätze hinter Meister FC Bayern war der 4:1-Sieg der Leverkusener bei den Leipzigern nur eine Momentaufnahme. „Für die nächsten Wochen war es ein guter Anfang, aber das war’s dann auch“, sagte Julian Brandt.

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          Der Fußball-Nationalspieler hatte mit einer überragenden Leistung und einem Tor großen Anteil am ersten Sieg einer Bayer-Mannschaft gegen RB und am Sprung auf Platz vier in der Tabelle der Fußball- Bundesliga, zwei Positionen besser als Leipzig. „Natürlich ist es bitter, dass Leverkusen jetzt in der Tabelle wieder vor uns steht. Aber es stehen noch fünf Ligaspiele aus“, meinte RB-Keeper Peter Gulacsi.

          Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl hatte vor der Partie am Montagabend zum Abschluss des 29. Spieltags von einem „Sechs-Punkte-Spiel“ gesprochen. Faktisch sind es zwei Punkte, die Leverkusen RB nun voraus ist. Hinter den Bayern (72) liegen der FC Schalke (52), Borussia Dortmund (51), Leverkusen (48), Eintracht Frankfurt (46) und Leipzig (46) gerade mal sechs Zähler auseinander. Hoffenheim ist Siebter mit 43 Punkten. Das kann schon am kommenden Spieltag mächtig in Bewegung geraten, vor allem weil Leverkusen am Samstag Frankfurt empfängt und Schalke am Sonntag zum Derby die Dortmunder. Leipzig muss bei Werder Bremen antreten.

          RB hat nicht nur punktemäßig Nachholbedarf, sondern auch in Sachen Torbilanz. 41 Gegentreffer kassierte RB bereits, zwei mehr als in der gesamten vergangenen Spielzeit. Von den sechs Rivalen um die besten Plätze hinter den Bayern haben die Sachsen mit plus 3 die schlechteste Tordifferenz. Sie redeten selbst nach diesem Spiel gewohnt nüchtern und analytisch. Auch wenn diese Niederlage, wie Außenverteidiger Lukas Klostermann meinte, sehr bitter sei und sehr weh tue. Viel Zeit zur Seelenmassage bleibt den jungen Profis von RB Leipzig aber nicht, schon am Mittwoch um 15.00 Uhr besteigt die Delegation die Chartermaschine nach Marseille.

          RB-Torhüter Péter Gulácsi (grünes Trikot) konnte das zwischenzeitliche 1:1 nicht verhindern. Bilderstrecke

          Am Donnerstag (21.05 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League, bei Sport1 und Sky) steigt in der französischen Hafenmetropole das Viertelfinal-Rückspiel in der Europa gegen Olympique. Devise bis dahin: Köpfe freikriegen. Wie? „Gute Frage“, meinte Gulacsi. Hält er seinen Kasten in Marseille sauber, ist RB im Halbfinale, das Hinspiel hatte Leipzig 1:0 gewonnen. Womöglich provoziert die bittere Pleite gegen Bayer ja eine Trotzreaktion. „Wir müssen in Marseille ein anderes Gesicht zeigen“, forderte Hasenhüttl.

          „Dieser Auftritt sollte für uns die Messlatte sein, wie man auf dem Platz auftreten muss“, sagte Jonathan Tah. Leverkusen spielte taktisch klug, diszipliniert und ließ sich nicht mal durch den Rückstand nach 17. Minuten durch Marcel Sabitzer beirren. Das 1:1 kurz vor der Halbzeit durch Kai Havertz (45.) und die 14-Minuten-Entscheidung nach der Pause durch Brandt (51.), Panagiotis Retsos (56.) und Kevin Volland (69.) begeisterte auch Trainer Heiko Herrlich: „Der Ausgleich war mehr als verdient. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft wie entfesselt aufgespielt.“

          Dennoch verließen die Leverkusener Leipzig mit Sorgen. Sven Bender musste schon in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden, nachdem er umgenickt war. Der Defensivspieler humpelte auf die Bank. Noch schlimmer erwischte es anscheinend Wendell. Der Brasilianer bliebt bei einer Grätsche im Rasen hängen und verletzte sich am Knie. Lange blieb er liegen, dann wurde er, gestützt von den Betreuern, vom Platz gebracht. „Bei beiden sieht es nicht gut aus“, sagte Trainer Herrlich. Auch Torwart Bernd Leno hatte Schmerzen im Knie nach einem Zusammenprall mit Naby Keita, der dabei eine Hüftprellung erlitt. Wie schwer die Leverkusener wirklich verletzt sind, soll sich am Dienstag bei weiteren Untersuchungen herausstellen.

          Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick bekräftigte derweil noch einmal, dass sich RB bei einem neuen Vertrag für Trainer Hasenhüttl „nicht drängen und auch nicht hetzen lassen“ will. „Wir wollen ihn länger halten, aber dazu braucht es auch ein paar Gespräche“, sagte Rangnick vor dem Spiel bei Eurosport. Hasenhüttl hatte tags zuvor gesagt, dass nun der Verein am Zug sei, er habe seine Bereitschaft für eine Vertragsverlängerung signalisiert. Der Name des 50 Jahre alten Österreichers wurde in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder im Zusammenhang mit dem FC Bayern und auch Borussia Dortmund schon nach dieser Saison genannt. „Wir haben klar gesagt, dass nächstes Jahr unser Trainer auf jeden Fall Ralph Hasenhüttl sein wird“, betonte nun auch Rangnick noch einmal.

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