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0:2 gegen Bremen : HSV verliert auch ohne Fink

  • -Aktualisiert am

Befreiender Jubel: Fritz freut sich mit Doppeltorschütze Petersen (rechts) Bild: dpa

Im ersten Spiel nach der Entlassung von Trainer Fink verliert der Hamburger SV das Nordderby gegen Bremen mit 0:2. Petersen trifft doppelt für Werder. Beim HSV ist van Marwijk als neuer Coach im Gespräch.

          2 Min.

          Es war das Krisen-Derby, und so sah der Fußball auch aus, den der Hamburger SV und Werder Bremen am Samstag spielten: viel Kampf, viel Verunsicherung, wenige klare Aktionen – es war eine Partie mit vielen Unzulänglichkeiten.

          Das etwas bessere zweier schwacher Teams waren am Ende die Bremer, ihnen reichten Nils Petersens Tore aus der 32. und 90. Minute, um 2:0 zu gewinnen. Hamburg versuchte es am Ende mit drei Mittelstürmern, aber es half alles nichts. Der HSV kassierte trotz guten Kampfes einen weiteren Tiefschlag und verharrt in Krise und Keller. Werder freut sich über drei Punkte und ein Spiel ohne Gegentor.

          Viele Gerüchte, große Unruhe – in der Woche ging fast unter, dass auch noch Fußball gespielt werden sollte. Werder Bremen konnte das recht sein, denn die Aufregung konzentrierte sich allein auf den HSV. Zum einen auf die mögliche Umstrukturierung des Klubs, angetrieben durch die umtriebige Reformbewegung namens „HSVplus“ und den in Aussicht gestellten Millionen des Hamburger Milliardärs Klaus-Michael Kühne.

          Zum anderen natürlich auf die Trainersuche des HSV. Einen erfahrenen, deutschsprachigen Trainer sucht Klub-Vorstand Carl-Edgar Jarchow – und schnell waren Namen im Umlauf. Am Samstag kristallisierte sich heraus, dass weder Thomas Schaaf noch Lothar Matthäus, der Favorit des Hamburger Sportchefs Oliver Kreuzer, sondern Bert van Marwijk aussichtsreichster Kandidat auf der Nachfolge Thorsten Finks als Trainer des HSV ist.

          Bremens Torschütze Nils Petersen kann auch artistisch mit dem Ball umgehen
          Bremens Torschütze Nils Petersen kann auch artistisch mit dem Ball umgehen : Bild: dpa

          Der ehemalige Dortmunder Trainer und niederländische Nationalcoach gilt nun als Wunschlösung – allerdings meldete „Sport Bild online“ am Samstagnachmittag, dass Kreuzer am Sonntag auch den einstigen Stuttgarter Coach Christian Gross kontaktieren wolle.

          Viel Raum also für Spekulationen beim HSV. Klar ist nur, dass Rodolfo Cardoso eine Zwischenlösung bleibt – maximal bis zum Zweitrunden-Pokalspiel am Dienstag gegen Fürth. Einen Anruf bei Kühnes Favoritenduo Felix Magath als Berater und Bernd Hollerbach als Trainer haben sich Jarchow und Kreuzer verständlicherweise verkniffen. Käme Magath, wäre für beide kein Platz mehr im operativen Geschäft beim Hamburger SV.

          Polizei und Ordnungskräfte hindern Hamburger Fans am stürmen des Bremer Blocks
          Polizei und Ordnungskräfte hindern Hamburger Fans am stürmen des Bremer Blocks : Bild: dpa

          Fußball wurde dann aber auch gespielt im 99. Nordderby – demjenigen mit der schlechtesten Plazierung beider Teams seit 1972. Werder biss sich in diese Partie und bekam mit viel läuferischem Einsatz die Oberhand. Zweimal hätte sich Robin Dutts Mannschaft die Führung beinahe erspielt, zweimal stand der Hamburger Zhi Gin Lam im Weg.

          Auf der Linie stehend, war er bei beiden Aktionen Assani Lukimyas zur Stelle (18. und 23. Minute). Aus dem Spiel heraus gelang Werder wenig, aber die Standards waren gefährlich. Das Hamburger Spiel war lange zu unstrukturiert, um gefährlich zu werden. Besonders Clemens Fritz und Aaron Hunt trieben Werder an.

          Plausch in neuer Position: Die Hamburger Interimstrainer Otto Addo und Rodolfo Cardoso
          Plausch in neuer Position: Die Hamburger Interimstrainer Otto Addo und Rodolfo Cardoso : Bild: dpa

          So überraschte es kaum, dass die Bremer Führung über die von Fritz beackerte rechte Seite fiel. Nach Eljero Elias Pass – der einzigen guten Aktion des ehemaligen Hamburgers – passte Fritz scharf nach innen und fand dort Petersen, der mit etwas Mühe zum 1:0 für Bremer traf (32. Minute). Diese knappe Führung war angesichts der großen Chancen davor schmeichelhaft für den HSV.

          Nach dem Rückstand kamen die kampfstarken Hamburger besser ins Spiel und berannten das Bremer Tor. Gerade Maximilian Beister zerrieb sich immer wieder, als er die Bremer Verteidiger anlief. Mangelnden Einsatz konnte man Cardosos Elf sicher nicht vorwerfen. Und Pech kam auch noch hinzu: In der 45. Minute verweigerte Schiedsrichter Wolfgang Stark den Hamburgern einen Elfmeter, als Luca Caldirola im Strafraum auf Milan Badeljs Fuß stieg.

          Bremens Aaron Hunt trauert einer vergebenen Chance hinterher
          Bremens Aaron Hunt trauert einer vergebenen Chance hinterher : Bild: dpa

          Hamburg machte nach der Pause aktiv weiter, und der aktivste von ihnen prüfte gleich Sebastian Mielitz im Bremer Tor: Seinen Kopfball in der 48. Minute wehrte der Bremer Torwart ab. Auch bei Rincons Schuss in der 57. Minute war Mielitz zur Stelle. Eine Minute später verpasste Beister Jansens Hereingabe um Haaresbreite.

          Cardoso brachte in Artjoms Rudnevs und Pierre-Michel Lasogga weitere Stürmer ins Spiel; auch van der Vaart sortierte sich nun ganz vorn ein. Werder hatte Konterchancen – Nils Petersen vergab die größte (73.). René Adler hielt großartig. Petersen besiegelte den Bremer Sieg erst in der Nachspielzeit.

          Hamburger SV - SV Werder Bremen 0:2 (0:1)

          Hamburger SV: Adler - Westermann, Djourou, Tah, Jansen - Badelj, Rincón (67. Arslan) - Lam (64. Rudnevs), van der Vaart, Jiracek (80. Lasogga) - Beister
          Werder Bremen: Mielitz - Fritz, Lukimya, Caldirola, Garcia - Ignjovski, Makiadi - Elia (74. Ekici), Hunt (86. Prödl), Kobylanski (67. Gebre Selassie) - Petersen
          Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
          Zuschauer: 53.290
          Tore: 0:1 Petersen (32.), 0:2 Petersen (90.+4)
          Gelbe Karten: Beister (2), van der Vaart (3) / Fritz (1), Garcia (1), Ignjovski (1), Petersen (1)

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