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2:2 gegen Marokko : Spanien mit Glück zum Gruppensieg

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Der späte Ausgleich für Spanien: Iago Aspas trifft in der Nachspielzeit Bild: Reuters

Zwischenzeitlich droht Spanien das Ausscheiden, am Ende rettet der Weltmeister von 2010 gegen Marokko ein Unentschieden und wird Gruppensieger. Im Achtelfinale wartet nun der Gastgeber.

          Andres Iniesta schnaufte einmal tief durch, Thiago lächelte erleichtert: Spanien hat nach dem glücklichen Ende einer Zitterpartie das nervenaufreibende Fernduell mit Portugal um den Sieg in der Gruppe B gewonnen und trifft im Achtelfinale auf Gastgeber Russland (Sonntag, 16 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM). Dem Weltmeister von 2010 genügte nach einem extrem harten Stück Arbeit und dank eines späten Treffers durch Iago Aspas (90.+1) ein 2:2 (1:1) gegen die schon zuvor gescheiterten Marokkaner.

          Die Spanier entgingen damit einem Duell mit dem Geheimfavoriten Uruguay. Khalid Boutaib brachte die bravourös kämpfenden Afrikaner in der 14. Minute in Führung. Isco (19.) gelang in Kaliningrad zwar der schnelle Ausgleich, doch der Favorit tat sich danach enorm schwer und musste sogar das 1:2 durch Youssef En Nesyri (81.) hinnehmen. Nach Spielende konnten sich die Spanier dennoch über den Gruppensieg freuen, weil Portugal im Parallelspiel in der Nachspielzeit noch das 1:1 gegen Iran hinnehmen musste.

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          In dem ganzen Trubel geriet zur Nebensache, dass Spanien auch einem peinlichen Vorrunden-Aus wie dem vor vier Jahren in Brasilien entgangen war. "Erst Zweiter, dann Erster - da sieht man, wie eng alles zusammenliegt", sagte Spaniens Trainer Fernando Hierro: "Aber wir dürfen dem Gegner nicht so viele Freiheiten lassen. Wir müssen uns steigern." Iniesta und Co. begannen wie gewohnt druckvoll und mit viel Ballbesitz, doch sie erlebten schnell ein böses Erwachen. Nach einem Missverständnis zwischen Andres Iniesta und Sergio Ramos am Mittelkreis schnappte sich Boutaib den Ball, lief alleine auf David de Gea zu und traf durch die Beine des spanischen Keepers ins Tor. Es war der vierte Schuss im Turnierverlauf auf de Geas Kasten - und das vierte Tor.

          Wütende Angriffe

          Spanien reagierte mit wütenden Angriffen und hatte schnell Erfolg. Nach feiner Vorarbeit von Iniesta schoss Isco den Ball aus fünf Metern fast wütend unter die Latte. Doch wer dachte, der Ausgleichstreffer sei der Auftakt eines gemütlichen Spazierganges der Iberer, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Abwehr um Kapitän Ramos blieb enorm anfällig, in der 25. Minute ließ sie sich von einem schnellen Einwurf in den Lauf von Boutaib  überraschen, der 1:0-Schütze hatte seinen zweiten Treffer auf dem Fuß. Doch de Gea parierte, erstmals in Russland, glänzend.

          Marokko wehrte sich tapfer, phasenweise aber auch mit grenzwertiger Härte. Mbark Boussoufa kassierte in der 31. Minute schon als vierter Marokkaner eine Gelbe Karte. Sechs Minuten später vergab Sergio Busquets die große Chance der Spanier zum 2:1, der Mittelfeldstratege vom FC Barcelona köpfte nach einer Ecke völlig freistehend über das Tor. Diego Costa fehlten nach einer Hereingabe von Iniesta kurz vor dem Halbzeitpfiff nur Zentimeter zur Führung. Nach der Pause präsentierte sich den 33.973 Zuschauern dasselbe Bild: Spanien drückte, Marokko blieb gefährlich - auch durch Unachtsamkeiten der Spanier. In der 50. Minute profitierte Boussoufa beinahe von Abstimmungsproblemen zwischen Ramos und De Gea. Weitere fünf Minuten später hatten die Europäer noch wesentlich mehr Glück: Noureddine Amrabat traf mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze nur das Lattenkreuz.

          Die afrikanischen Fans auf der Tribüne feierten eine wilde Abschiedsparty, die auch eine spektakuläre Rettungstat von Ghanem Saiss auf der Linie nach einem Kopfball von Isco (62.) nicht stoppte. Noch lauter wurde es nach dem erneuten Führungstreffer.

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