Herstellung Augenprothesen : Der ganz besondere Blick

Schöne Augen machen – das ist der Beruf von Nicolaus Müller-Uri. Der Wiesbadener stellt Augenprothesen aus Kunststoff her. Ein aufwendiges und oft auch ein nervenzehrendes Handwerk.
Klirrende Scherben sind zu seinem Sehnsuchtsgeräusch geworden. Wie befriedigend es sein muss, wenn sich die Spuren verpfuschter Arbeit einfach in tausend kleine Glassplitter auflösen. Wie leicht hatte es da sein Ururgroßvater. Machte er einen Fehler, konnte er Glas zerschmettern. Was folgte, war stets ein sauberer Neuanfang. Nicolaus Müller-Uri hingegen muss mit Kunststoff schmeißen, wenn ihn die Wut übermannt. Da geht nichts kaputt. Da breitet sich kein Gefühl der Befriedigung aus, da bleibt immer dieses kleine bisschen Restwut im Bauch zurück. Denn ohne Scherben fehlt auch ein sauberes Ende. Stattdessen starrt ihn sein Fehler unverzeihlich an – und ein weiteres Auge wandert in den Mülleimer. Eines aus Kunststoff. Eines, das fast perfekt geworden wäre, hätte er im letzten Moment nicht zu viel gewollt.


