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Regionaltangente West : Aufs Tempo drücken

Gegen drohenden Verkehrskollaps: Künftig sollen die Regionalbahnen am Frankfurter Hauptbahnhof vorbeifahren. Bild: dpa

Für Eisenbahn- und Mobilitätsprojekte ist so viel Geld vorhanden wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wer ein baureifes Schienenprojekt vorlegen kann, muss nur schnell genug sein.

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          Alle Schienenwege führen zum Frankfurter Hauptbahnhof. Derzeit jedenfalls. In sechs Jahren könnte es heißen: Ein Schienenstrang führt um Frankfurt herum. Es kann durchaus auch sieben oder acht Jahre dauern, bis der erste Zug auf der Regionaltangente West rollt.

          Aber nach Donnerstag, dem 28. November, lässt sich mit großer Sicherheit voraussagen, dass die neue Trasse von Bad Soden über Oberursel, Eschborn, Höchst, Flughafen bis nach Neu-Isenburg beziehungsweise Dreieich gebaut werden wird. Denn die Kommunen sowie das Land Hessen, die Gesellschafter der vor elf Jahren gegründeten RTW-Planungsgesellschaft sind, haben den Mut zum Sprung in die Zukunft aufgebracht.

          Dieses Milliardenvorhaben wird dazu beitragen, den Verkehrskollaps in Rhein-Main zu verhindern. 100.000 Pendler täglich werden mit den Zügen der RTW in absehbarer Zeit an ihr Ziel gelangen: zum Industriepark in Höchst etwa oder zum Frankfurter Flughafen. Das sind 100.000 Personen, die nicht die S-Bahnen und Regionalzüge in Richtung Frankfurter Hauptbahnhof nehmen, die schon heute in der Hauptverkehrszeit nicht nur gut gefüllt, sondern oft überfüllt sind.

          Im Sauseschritt

          Blickt man auf das Bevölkerungswachstum im Ballungsraum Rhein-Main und die kontinuierlich und in den vergangenen zwei Jahren sogar sprunghaft gewachsene Zahl der Fahrgäste, kann man sich leicht ausrechnen, dass bald alles im Stau steht, wenn das überlastete Schienennetz nicht schnell erweitert wird.

          Schnelligkeit ist beim Bau von Schienenstrecken ein relativer Begriff. Wenn die RTW tatsächlich in sechs Jahren fertiggebaut sein sollte, wäre man im Sauseschritt vorangekommen. Tatsächlich ist es im Interesse aller Beteiligten, wenn die Planer unter dem tüchtigen Ingenieur und RTW-Geschäftsführer Horst Amann den höchsten Gang einlegen würde. Denn in den nächsten Jahren ist für Eisenbahn- und Mobilitätsprojekte so viel Geld vorhanden wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wer jetzt ein baureifes Projekt vorlegen kann, muss nur die Hand aufhalten. Die Devise heißt: Aufs Tempo drücken.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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