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Theater vor der Sommerpause : Eine Spielzeit für freie Bühnen

Türen werden geschlossen: Die Sommerpause endet im August Bild: dpa

Nach dem Lockdown freuen sich viele auf einen Theater- oder Opernbesuch. Doch bald gehen die Häuser in die Sommerpause. Draußen spielen nun die freien Bühnen und diejenigen, die flexibler reagieren können.

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          Ein paar Stunden gingen schon drauf, um die ganzen Mails und Briefe des Publikums zu beantworten, hat neulich die Führungskraft eines Theaters gesagt. Die einen fragten nur interessiert, die anderen schimpften: Warum denn bloß alle Stadt- und Staatstheater sich jetzt in die Ferien verabschiedeten, wo sie doch so lange „Corona-Urlaub“ auf Steuerzahlers Kosten gemacht hätten?

          Und warum gerade dieser Rausch, der sich nach den ersten Lockerungen und kurz vor der spielfreien Zeit in den hiesigen Bühnen entfaltet? Die Leute wissen gerade gar nicht, wohin sie zuerst eilen sollen – eine Premiere jagt die andere, manche Stücke, die im Lockdown unter stressigsten Bedingungen geprobt worden sind, werden gerade mal zweimal gespielt. Dann verschwinden sie. Bestenfalls bis Herbst. Viele kommen auch gar nicht mehr. Schließlich ist doch schon längst anderes für die Saison 2021/22 beauftragt gewesen. Corona hat gezeigt: Schwer, so einen Tanker wie ein großes Theater umzusteuern – auch wenn viele sich das wünschen.

          Das Produkt und die Gage

          Dass nun dieser Saisonendspurt anhebt, ist nicht nur der Euphorie geschuldet, endlich wieder spielen und musizieren zu dürfen. All die freien Regieteams, die dort arbeiten, kriegen ihre Gage erst dann vollständig ausbezahlt, wenn ihr Produkt über die Bühne gegangen ist – vorher gibt es nur Teilbeträge. Und warum spielen die öffentlichen Bühnen nicht einfach den Sommer über weiter?

          Die fest vereinbarte spielfreie Zeit auch nur zu verkürzen braucht Verhandlungen mit allen Beteiligten, Künstlern, Technik, Verwaltung, Werkstätten, alle angestellt mit unterschiedlichen Verträgen. Hier und da ist wohl gesprochen worden, hinter den Kulissen – ohne Erfolg oder für ein paar Tage. Im Sommer, draußen, spielen nun die freien Bühnen und diejenigen, die flexibler reagieren können. Die Tanker aber sperren zu, bis im August die Proben wieder beginnen.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

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