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Jüdisches Museum Frankfurt : Enttäuschte Hoffnungen

Sanierung und Erweiterung: Eine Computer-Darstellung zeigt das neue Jüdische Museum. Bild: dpa

In Frankfurter verzögert sich die Wiedereröffnung des Jüdischen Museums. Und teurer wird es auch. In Zeiten eines wachsenden Antisemitismus ist das ein Albtraum.

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          Es dauert immer länger. Und es wird immer teurer. Das scheint mittlerweile ein Naturgesetz des Bauens zu sein. Dieses Mal hat es das Jüdische Museum Frankfurt getroffen. Die Wiedereröffnung seines Hauptsitzes, des denkmalgeschützten Rothschildpalais am Untermainkai, und die Übergabe des neuen Anbaus an die Öffentlichkeit mussten schon einmal um ein halbes Jahr verschoben werden. Jetzt dürfte eine weitere Wartezeit von einem halben Jahr hinzukommen.

          Über die Zusatzkosten hat sich die zuständige Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) nicht detailliert geäußert. Doch es steht zu erwarten, dass es teurer wird. Denn eine längere Bauzeit und die Sanierung neu entdeckter maroder Bausubstanz ziehen automatisch weitere Kosten nach sich.

          Es stimmt auch, was die Dezernentin als zweiten Grund für die weitere Verzögerung angegeben hat, dass nämlich die Baufirmen, deren Auftragsbücher zur Zeit prall gefüllt sind, neue Aufträge nur zögerlich annehmen, entsprechend hohe Preise verlangen und sich gerne Zeit lassen. Vor allem wenn der Auftraggeber die öffentliche Hand ist, die im Gegensatz zu privaten Bauherrn nur begrenzte Möglichkeiten besitzt, Strafen für Verzögerungen in die Verträge einzubauen. Darüber wird seit langem Klage geführt.

          Misstrauenserklärung an städtisches Hochbauamt

          Politisch pikant erscheint die Bauverzögerung beim Jüdischen Museum deshalb, weil der frühere Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) vor sechs Jahren eigens eine eigene Gesellschaft gründen ließ, die Museums-Bausteine GmbH. Sie sollte ein effektiveres Bauen und eine striktere Finanzkontrolle gewährleisten. Das war damals eine Misstrauenserklärung an das städtische Hochbauamt, dem Semmelroth nicht zutraute, Projekte im gesteckten Zeit- und Finanzrahmen zu verwirklichen.

          Die Hoffnungen, die er auf eine dem Kulturdezernat unterstehende eigene kleine Bauverwaltung gesetzt hat, scheinen sich, blickt man auf das Jüdische Museum, nicht erfüllt zu haben. Dass die normale städtische Bauverwaltung in Frankfurt gar nicht so schlecht ist, wie sie damals gemacht wurde, kann man wiederum daran sehen, dass sie ein anderes Großprojekt, nämlich den Erweiterungsbau des Historischen Museums, ganz ordentlich gemeistert hat.

          Für das Jüdische Museum stellt die Verzögerung einen Albtraum dar. Das Programm für nächstes Jahr ist fertig geplant, Termine sind vereinbart, Partner und Leihgeber vertraglich gebunden worden. Jetzt muss das Haus retten, was davon zu retten ist. Dabei braucht man in Zeiten eines wachsenden Antisemitismus dringend ein funktionierendes Jüdisches Museum.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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