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Nachschlagewerke in Buchform : Von A bis Z

Großer Klassiker unter den Lexika: der Brockhaus Bild: dpa

Das aussortierte Filmlexikon in zehn Bänden will niemand mehr. Wie schade, denn eigentlich gibt es nichts Inspirierenderes, als in einem Lexikon zu blättern.

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          Wegen des bevorstehenden Umzugs haben die Kollegen ihre Büros aufgeräumt. Auf dem großen Konferenztisch der Redaktion liegen seit Wochen Bücher zum Mitnehmen. Und meistens gehen sie auch weg, ob es sich um hoch spezialisierte Kochbücher, Belletristik unbekannter Autoren oder leicht veraltete Frankfurt-Führer handelt. Nur das Lexikon des internationalen Films – ein Nachschlagewerk mit zehn Bänden im Schuber – hat auch nach geschätzten drei Wochen noch keinen Abnehmer gefunden.

          Was eigentlich nicht ganz zu verstehen ist. Jeder Kinofilm und viele Fernsehfilme, die seit 1945 in Deutschland zu sehen waren, werden ja in einer Kurzkritik vorgestellt. Und auch wenn der Filmdienst die Kritiken längst ins Internet gestellt hat, wo man sie unter Genre, Produktionsjahr und Land suchen kann: Sind Bücher nicht doch etwas anderes? Das Lexikon, das da Woche um Woche vergebens auf einen Abnehmer wartet, gibt Anlass, ein wenig wehmütig zu sein. In Buchform scheinen Nachschlagewerke kaum noch vermittelbar. Sogar, wenn sie regelmäßig aktualisiert werden.

          Dabei ist es sehr anregend, wahllos in einem Lexikon zu blättern. Zum Beispiel im großen Bildwörterbuch von Pons – eine wahre Fundgrube für Fachbegriffe, auf die man alleine niemals käme. Wie auch. Ob für Waffen aus dem 17. Jahrhundert, Tragflügelformen von Flugzeugen oder Facetten des Brillantschliffs für Diamanten – es finden sich die exakten Bezeichnungen für noch so abgelegene Details.

          Jetzt hat gerade Sonja Vandenrath, die Leiterin des Lesefests Open Books zur Buchmesse, die Metapher eines gut sortierten Buchladens genutzt, um das breite Angebot ihres Festivals zu umschreiben. Wie ein Regal sei Open Books, man könne sich aussuchen, was man für passend halte. Genau das ist es, was nicht nur das Stöbern in Buchhandlungen, sondern auch das Blättern in Lexika und Zeitungen auszeichnet: Man findet so dies und das, was einem sonst nicht untergekommen wäre. Vielleicht nimmt ja doch noch jemand das Filmlexikon mit nach Hause.

          Katharina Deschka
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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