Zukunft der Bioökonomie : Poesie der Nachhaltigkeit

Seit den jüngsten Wahlen ist klar: Wir müssen anders über Nachhaltigkeit reden, wenn sie nicht scheitern soll. Plädoyer für eine hermeneutische Wende der Bioökonomie.
Auf das „grüne Jahrzehnt“, die langen Zehnerjahre mit den Fridays for Future als Höhepunkt, muss man im Frühjahr 2025 wie auf ein historisches Phänomen zurückblicken. Der Überlebenskampf der Demokratien gegen den Nationalismus hat politisch Priorität. Die Umbenennung des „Green Deal“ in „Clean Industrial Deal“ durch die EU-Kommission ist programmatisch. „Grün“ ist nicht mehrheitsfähig. Aus dem kürzlich noch sozialpolitisch ambitionierten Projekt der „großen Transformation“ zur Nachhaltigkeit ist eine Industrieförderung geworden, die sich auf die Verbindung von Energieeffizienz, Wirtschaftswachstum und Wehrfähigkeit zurückzieht. Hochschulen streichen das Wort „Nachhaltigkeit“ aus ihren Studienangeboten, weil es bei Abiturienten nicht mehr ankommt. Da stellt sich die Frage, was die akademische Nachhaltigkeitswelt aus der Aufmerksamkeits- und Vertrauenskrise lernen kann.
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