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Aktienverkauf durch Permira : Teamviewer-Kurs behauptet sich

  • Aktualisiert am

Das Team im Blick Bild: Reuters

Weiter gefragt ist die Aktie von Teamviewer. Auch der Verkauf eines großen Aktienpakets durch den Finanzinvestor Permira belastet den Kurs nicht sonderlich. Anders sieht es für Zalando aus.

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          Wenig anhaben konnte eine Aktienplazierung des Großaktionärs Permira dem Kurs der Teamviewer-Aktie. Nachdem dieser vorbörslich zeitweise um mehr als 3 Prozent gefallen war, eröffnete sie an der Börse praktisch unverändert und legte dann sogar rund ein Prozent drauf - auf den Kurs des Vortages von 47,47 Euro, der so hoch war wie seit August 2020 nicht mehr. Der Finanzinvestor Permira nutzte die Gunst der Stunde zum weiteren Anteilsabbau.

          Knapp eineinhalb Jahre nach dem Börsengang und drei Platzierungen im vergangenen Jahr verkaufte Permira in der Nacht weitere 13,2 Millionen Aktien zu 44,50 Euro je Stück. Sie halten nun noch ein Paket von rund 20 Prozent. Die Haltefrist hierfür laufe Mitte Mai ab, erinnerte ein Börsianer.

          Die Erlöse aus Aktienverkäufen summieren sich für Permira damit auf rund 5,4 Milliarden Euro. Das Paket von rund 20 Prozent der Anteile, das Permira noch hält, ist derzeit fast zwei Milliarden Euro wert. Permira hatte Teamviewer erst 2014 für rund 870 Millionen Euro gekauft und im Herbst 2019 an die Börse gebracht. Bei diesem größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende konnte der Investor 2,2 Milliarden Euro erlösen. Zudem nutzte Permira den Kursanstieg der Aktien inzwischen zu insgesamt vier Plazierungen.

          Das Unternehmen Teamviewer ist einer der Gewinner der Corona-Krise. Die Göppinger profitieren von einer hohen Nachfrage nach Fernwartungs- und Homeoffice-Software. Der Aktienkurs legte seit Mitte Februar vergangenen Jahres um fast 50 Prozent zu, auch wenn die Notierung das Rekordniveau aus dem Sommer nicht halten konnte. Mit dem Anstieg gehört die Aktie zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex M-Dax.

          Erstzeichner des Börsengangs können sich über ein Kursplus von fast 80 Prozent freuen. Neben dem Investor Permira und den Aktieninvestoren zählen auch Konzernchef Oliver Steil und Finanzvorstand Stefan Gaiser zu den Gewinnern des Börsengangs. Wegen des Erfolgs des Unternehmens am Kapitalmarkt bekamen sie 2019 eine Vergütung von 41 Millionen Euro beziehungsweise 21 Millionen Euro - einen Großteil davon direkt von Permira.

          Anders geht es bei  Zalando. Der Aktienkurs haben des Online-Modehändlers fällt um rund 6 Prozent nachdem Pläne des Großaktionärs Kinnevik bekannt wurden, seine Zalando-Aktien an die eigenen Anteilseigner weiterzureichen.

          Die Commerzbank beließ ihr Urteil auf "Buy" mit einem Kursziel von 113 Euro. Da nicht alle Neu-Aktionäre an ihren Aktien festhalten dürften, sei ein Aktienüberhang sehr wahrscheinlich. Erst am Vortag hatten die Aktien mit 103,25 Euro ein weiteres Rekordhoch erreicht. Gemessen am Corona-Crashtief im vergangenen März belief sich damit der Kursgewinn auf 278 Prozent.

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