Altersvorsorge :
Statt über Niedrigzins nun Sorge über die Inflation

Philipp Krohn
Ein Kommentar von
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Geldentwertung ist für die Altersvorsorge ein sehr ungünstiges Phänomen.
Geldentwertung ist für die Altersvorsorge ein sehr ungünstiges Phänomen.dpa

Die dominante Überschrift für Versicherer dreht von Niedrigzins auf Inflation. Statt schwer zu erfüllender Verpflichtungen werden nun ungenügende Erträge zur Herausforderung. Das macht es für die Branche nicht einfacher.

Der Begriff Zeitenwende ist in den vergangenen Wochen vielleicht inflationär verwendet worden. Und vielleicht geht es mit Blick auf den Finanzmarkt auch eine Nummer kleiner. Aber zumindest ein Paradigmenwechsel ist es schon, wenn mit einem Mal die dominante Überschrift der vergangenen Jahre von Nullzins auf Inflation dreht.

Für Versicherungsunternehmen war die Zeit nach der Finanzkrise 2008 eine historische Herausforderung. Bei stetig fallenden Zinsen mussten sie trotzdem ausreichende Kapitalerträge erwirtschaften, um ihre nominalen Zinsversprechen einzuhalten. Einige Lebensversicherer haben die Geduld verloren und ihre Bestände an internationale Investoren verkauft, die aus der Abwicklung von Verträgen ein lukratives Geschäft machen wollen.

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Die Teuerung kommt ihnen zunächst nicht ungelegen, denn mit ihr geht eine Rückkehr des Zinses einher. Doch es gibt eine große Unsicherheit: Wie lange halten Verbraucher ihre Lebensversicherungen, wenn die Überschüsse dauerhaft unter der Inflationsrate bleiben?

Eine Umfrage der Investmentbank Goldman Sachs zeigt, dass Inflation eine echte Sorge der Versicherer geworden ist. Sie suchen ihr Heil in Beteiligungen und grünen Anleihen. Doch der Markt ist enger als die Nachfrage nach attraktiven Parkplätzen für Geld aus der Altersvorsorge. Der Paradigmenwechsel bedeutet nicht, dass es für die Kapitalanleger der Branche nun einfacher wird.

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