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Steigende Preise : Das Gespenst der Inflation spukt wieder

Das Inflationsgespenst spukt wieder an den Finanzmärkten und hat seinen Ursprung in den billionenschweren Konjunkturpaketen des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden. Bild: AP

Finanzstrategen schauen gebannt auf die steigenden Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen. Ist der Trendwechsel auch ein Signal für steigende Verbraucherpreise? Viel hängt vom Verhalten der Notenbanken ab.

          3 Min.

          Am Freitag sind die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen wieder gestiegen. Am Donnerstag hatte es noch nach einer ersten Beruhigung ausgesehen. Die Renditen der Bundesanleihen und amerikanischer Staatstitel sind seit Anfang der Woche steil gestiegen. Höhere Renditen bedeuten am Anleihemarkt Kursverluste, und manche Analysten schrieben sogar von einem „Abverkauf“. Für die Verkaufswelle gibt es einen Grund: das Inflationsgespenst. Es spukt wieder an den Finanzmärkten und hat seinen Ursprung in den billionenschweren Konjunkturpaketen des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihe stieg am Freitag auf mehr als 1,3 Prozent, ihr höchstes Niveau seit einem Jahr. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag mit minus 0,315 Prozent so hoch wie seit Juni 2020 nicht mehr. Ein klares Zeichen für den Stimmungsumschwung an den Anleihemärkten sind die Inflationserwartungen in den Vereinigten Staaten, die sich auf Sicht von fünf Jahren inzwischen mit 2,4 Prozent auf dem höchsten Niveau seit langem bewegen. Anfang des Jahres lagen diese noch bei weniger als 2 Prozent. „Dieses neue Niveau ist von größerer Bedeutung, da die Inflationserwartungen seit dem Jahr 2011 nicht mehr so hoch waren und auch in den vergangenen 20 Jahren immer nur kurzfristig über 2,50 Prozent lagen“, schrieb Mark Holman, Chef von Twenty Four Asset Management, einer Einheit der Schweizer Bank Vontobel.

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