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Technische Analyse : Diese Aktien-Marathonläufer werden müde

  • -Aktualisiert am

Die Zara-Kette gehört zum spanischen Inditex-Konzern. Bild: Getty

Prominente europäische Standardwerte haben ihren langfristigen Hausse-Modus verlassen und weisen Verkaufssignale auf.

          4 Min.

          Nachdem internationale Anleger mit ihren (Euro-)Aktieninvestments im Jahr 2017 sowohl vom steigenden Euro (zum Beispiel gegenüber dem amerikanischen Dollar) als auch von steigenden Aktienkursen profitieren konnten, sollten Gewinnmitnahmen dieser Marktteilnehmer vor dem Jahresende nicht überraschen. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass einige europäische und deutsche Standardwerte, die sich zum Teil in sehr langfristigen, technischen Hausse-Bewegungen („technische Marathonläufer“) befinden, ihre langfristigen Hausse-Trends mit übergeordneten Gewinnmitnahmesignalen beziehungsweise Verkaufssignalen verlassen haben. Aus dem Stoxx 50 ist hier die britische Reckitt Benckiser zu nennen. Im Euro Stoxx 50 fallen die spanische Inditex, aber auch die französische Société Générale negativ auf. Mit Blick auf den M-Dax steht die Kion-Aktie im Fokus.

          Die Zara-Aktie

          Die Aktien der spanischen Inditex-Gruppe, zu der unter anderem Zara (Zara-Bekleidung und -Accessoires, Zara Home mit Heimtextilien und das Modelabel Massimo Dutti) gehört, sind im Euro Stoxx 50 enthalten. Diese Titel gehören zu den technischen Marathonläufern in Europa. Das sind Werte, die sich seit vielen Jahren in technischen Aufwärtstrends befinden und innerhalb einer Gesamtmarkthausse im Regelfall neue Allzeithochs liefern. Trotzdem kommt es auch bei diesen Titeln von Zeit zu Zeit zu technischen Pausen, die sich – besonders nach ausgeprägten Kursgewinnen – zeitlich hinziehen können.

          Genau in so eine technische Gesamtlage ist jetzt Inditex hineingelaufen. Die Aktie befindet sich seit dem Jahreswechsel – Jahresstart 2004 bei rund 3,04 Euro (hier sind zwischenzeitliche Kapitalmarktaktivitäten mitberücksichtigt) – in einer langfristigen Hausse-Bewegung. Seit Mai 2010 und Kursen um 8,40 Euro hatte sich ein idealtypischer Hausse-Trend herausgebildet. Die zentrale, siebenjährige Hausse-Trendlinie lag zuletzt bei 33 Euro. Das Wechselspiel aus (Investment-)Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und trendbestätigenden Konsolidierungen hatte die Aktie bis zum Juni 2017 auf neue historische Höchststände um 36,9 Euro (neue Widerstandszone) und in eine (mittelfristig) überkaufte Lage geführt.

          Bild: Commerzbank / F.A.Z.-Grafik

          Nachdem in den letzten Monaten das mittelfristige Aufwärtsmomentum bereits etwas nachgelassen hatte, ist die Inditex-Aktie in den letzten Handelswochen mit einem übergeordneten Gewinnmitnahmesignal aus dem siebenjährigen Hausse-Trend herausgefallen. Als technische Konsequenz sollte jetzt eine Pause (die bedeutet technische Seitwärtspendelbewegung unterhalb der neuen Widerstandszone um 36,90 Euro) anstehen. Da diese Pause – nach vielen Jahren der Hausse-Bewegung – durchaus mehrere Quartale andauern kann, empfiehlt sich bei der Aktie auch eine Gewinnmitnahme.

          Reckitt braucht eine Pause

          Die britische Reckitt Benckiser, ein Stoxx-50-Titel, ist weltweit tätig und produziert, vermarktet und verkauft eine umfangreiche Palette von Gesundheits-, Haushalts-, Toiletten- und Lebensmittelartikeln. Die Aktie ist unter den europäischen Standardwerten ein idealtypischer technischer Marathonläufer. Jedoch zeichnet sich aktuell eine mittelfristige, technische Veränderung der Lage ab. Der Titel befindet sich seit März 2000 und Kursen um 421 britischen Pence in einer Hausse-Bewegung, wobei sich ab Februar 2003 und Notierungen um 895 Pence ein idealtypischer Hausse-Trend herausgebildet hat. Der fast 15-jährige Hausse-Trend lag zuletzt bei zirka 7100 britischen Pence. Innerhalb dieses Trends war die Aktie bis zum Juni 2017 auf neue Allzeithochs um 8100 britische Pence gelaufen. In den letzten Wochen war die Aktie zuerst aus der Aufwärtsbeschleunigung des ersten Halbjahres 2017 herausgefallen. Danach kam es zu einer Kursetablierung unterhalb der 200-Tage-Linie.

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