Sie hatten Ruangrupa einst als Kuratorenkollektiv ausgesucht, jetzt verteidigen sie deren Arbeit: Im Documenta-Streit meldet sich die international besetzte Findungskommission zu Wort.
Nun drehen die indonesischen Documenta-Kuratoren den Spieß um: Nicht die über Monate in Kassel gezeigten Zerrbilder seien antisemitisch, sondern die Forderungen an die Kuratoren zeigten eine „rassistische Tendenz“.
Der Documenta-Künstler Hamja Ahsan beleidigte Olaf Scholz, eine seiner Arbeiten wird als antisemitisch kritisiert. Seine Kunst darf er trotzdem weiterhin zeigen, nur er selbst ist auf der Weltkunstschau nun unerwünscht. Dafür hagelt es Kritik.
Warum zeigte Arnold Bode 1955 auf der ersten Documenta nur wenige der Künstler, die er 1929 auf einer ähnlichen Schau in Kassel präsentiert hatte? Eine Ausstellung in Solingen möchte die Sache erforschen.
Auf der Documenta werden antisemitische Werke gezeigt. Für den Geschäftsführer der Schau, Alexander Farenholtz, ist das kein Grund, an ein vorzeitiges Ende zu denken.
Wird es bei der Documenta „Beteiligte aus Israel“ geben? Ein ehemaliger Kasseler Oberbürgermeister lässt die entscheidende Frage offen, eine Kulturstaatsministerin laviert. Und wer nach Kassel reist, wird unweigerlich nach Indizien suchen.
Vor lauter Hakennasen und Davidsternen kann die Documenta keinen Antisemitismus erkennen in antisemitischen Bildern. Leitung und Öffentlichkeitsabteilung sind überfordert, verwirrt und inkompetent.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, will sich nicht vorstellen, dass die Documenta einfach so weiterläuft. Er macht der Leitung der Kunstschau schwere Vorwürfe. Ministerin Claudia Roth tritt für eher kosmetische Maßnahmen ein.
Auf der Documenta werden weitere antisemitische Werke gefunden. Politiker verschiedener Parteien fordern, dass die Kunstschau komplett gesichtet wird. Die Documenta selbst wiegelt ab: Das sei kein Antisemitismus.
Schnell und diskret: Der Aufsichtsrat hat mit Alexander Farenholtz einen erfahrenen Verwaltungswissenschaftler zum Interimsdirektor der Documenta 15 gemacht.
Hat es einen solchen Eklat wie zur aktuellen fünfzehnten Ausgabe der Weltkunstschau von Kassel jemals gegeben? Eine kurze Geschichte der Documenta-Kritik.
Die documenta 15 will die westlichen Konzepte von individueller Autorschaft und Verkäuflichkeit hinter sich lassen. Wir sind gemeinsam nach Kassel gefahren, um uns das als Feuilleton-Gruppe anzusehen.
Der Sprecher des Künstlerkollektivs Ruangrupa entschuldigt sich im Bundestag für die antisemitischen Motive auf der Documenta. Claudia Roth fühlt sich von den Organisatoren betrogen. Der Zentralrat der Juden formuliert noch wesentlich härter.
Die Bundeskulturministerin hat ein neues Documenta-Narrativ. Claudia Roth will vor der Antisemitismus-Gefahr früh gewarnt haben. Hat sie das? Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle kocht indes sein eigenes Süppchen.
Die Documenta diskutiert über den Antisemitismus, die Kuratoren von Ruangrupa verweigern die Aussage. Sie wollen dieses seltsame Deutschland erst noch studieren.
Mehr Einfluss Berlins bei der Documenta? Der Kasseler Oberbürgermeister spricht von einem „Ausdruck kaum zu überbietender Arroganz“. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht strafbaren Verhaltens.
Der Bundespräsident zeigte sich bei seiner Eröffnungsrede befremdet darüber, dass nach den Diskussionen im Vorfeld keine jüdischen Künstler auf der Ausstellung vertreten sind.
Bei der Eröffnung der Documenta hat sich Bundespräsident Steinmeier befremdet darüber gezeigt, dass nach den Diskussionen im Vorfeld keine jüdischen Künstler aus Israel auf der Kunstschau vertreten seien.
Die größte zeitgenössische Kunstausstellung in Deutschland ist nach fünf Jahren Pause zurück. Bereits vor der Eröffnung hatte es jedoch Antisemitismus-Vorwürfe gegen das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa und die documenta-Organisatoren gegeben.