Vom Sinn der Geschlechter :
Das seltsame Verhalten zur Paarungszeit

Von
Georg Rüschemeyer
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Er will, sie noch nicht: Das ist ein typischer Zielkonflikt quer durchs Tierreich.
Er will, sie noch nicht: Das ist ein typischer Zielkonflikt quer durchs Tierreich.Getty

Etwas muss dran sein am Sex. Jedenfalls hat sich der Austausch von Körperflüssigkeiten zwecks Fortpflanzung praktisch überall im Tierreich durchgesetzt. Warum? Das ist Forschern bis heute ein großes Rätsel.

Blattläuse haben es einfach. Wenn ihnen im Frühjahr nach Fortpflanzung zumute ist, gebären die Weibchen ohne Zutun eines Männchens Nachwuchs. Bis zu zehn Töchter am Tag kommen so zur Welt - lauter kleine, genetisch identische Kopien, die schon bald selbst zu jungfräulichen Müttern werden. Wo zunächst nur eine Laus saugte, drängt sich bald eine ganze Kolonie, die rein rechnerisch nach einer Saison Abermillionen von Individuen umfassen kann. Die Vorteile dieser Parthenogenese, wie sie im Fachjargon heißt: Durch den Verzicht auf Männchen, die eben keinen Nachwuchs gebären, verdoppeln Blattläuse ihre Vermehrungsrate und nutzen so ihre im Frühjahr im Saft stehenden Wirtspflanzen optimal aus. Natürliche Feinde wie Marienkäfer oder Florfliegen kommen dagegen nicht an.

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