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Olympia-Team steht fest : Die Skispringer haben das passende Flugsystem gefunden

Karl Geiger glückten beide Sprünge in Titisee-Neustadt. Bild: AFP

Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe führen die deutsche Mannschaft bei Olympia in Peking an. Andreas Wellinger und Severin Freund müssen sich hingegen mit der Warteliste begnügen.

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          Die Mannschaft steht, die letzten beiden Planstellen sind vergeben. Eine Überraschung ist es nicht, dass sich Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher nach der vorletzten Weltcupstation vor der Reise zu den Olympischen Spielen für Constantin Schmid und Pius Paschke entschieden hat. So gern er auch noch Severin Freund und Andreas Wellinger mit nach Peking genommen hätte: Bei fünf ist Schluss – und mit Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe war das unumstrittene Führungstrio schon vor Tagen benannt worden.

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          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Jetzt, nach dem höchst erfolgreichen Heimweltcup vor Horngachers Haustür im Hochschwarzwald, darf auch das Duo Schmid/Paschke von einer Medaille träumen. Denn dass die deutsche Skisprungmannschaft beste Chancen hat, auf der nagelneuen Olympiaschanze um Gold zu springen, hat sie in Neustadt-Titisee eindrucksvoll gezeigt.

          Das Tief der Vierschanzentournee scheint überwunden. Rechtzeitig vor der sportlichen Abenteuerreise nach China präsentieren sich Geiger und Co. in prächtiger Verfassung. Am Samstag, als der erste von zwei Einzelwettkämpfen auf der Hochfirst-Schanze auf dem Programm stand (das zweite Springen am Sonntag war bei Redaktionsschluss nicht beendet), war keiner besser als Geiger. Der Oberstdorfer, der schon im November so famos im Weltcup gestartet war, ehe ihn bei der Vierschanzentournee Ryoyu Kobayashi im Wortsinn überflügelte und die 70. Auflage gewann, hat rechtzeitig vor Olympia wieder das passende Flugsystem gefunden.

          „So gute Form wie noch nie“

          Harmonie statt Fehlersuche, stabile Sprünge statt hinderliche Wackler: Bei Geiger stimmt es wieder. Der Lohn: schon wieder ein Weltcupsieg für den Mann aus dem Allgäu. Der freute sich nicht nur über seinen Erfolg, sondern auch über das gute Abschneiden des gesamten deutschen Skisprungteams. „Wir sind in so guter Form im Gesamtweltcup wie noch nie“, sagte Geiger, der mit zwei Sprüngen auf 132 und 141 Meter (288,3 Punkte) am Ende vor Anze Lanisek (283,1) lag. Durch seinen zwölften Karriere-Erfolg zog Geiger mit dem früheren Tourneesieger Dieter Thoma gleich.

          Auch Geigers Spezi Eisenbichler steigerte sich im Finale von Neustadt-Titisee, von Platz fünf auf drei: „Das war ganz gut“, sagte später der emotionale Eisenbichler, der seine Freude auch verbal zum Ausdruck brachte: „Ich kann immer strahlen. Das Leben ist doch schön.“ Für Andreas Wellinger ist das Sportlerleben als Skispringer vor allem vor vier Jahren schön gewesen. Mitternächtlicher Triumph in Pyeongchang, Erster im Kampf um Gold: Es war der Wettkampf seines Lebens für den Olympiasieger, der nach seinem Coup immer wieder von verletzungsbedingten Rückschlägen heimgesucht wurde und es deshalb besonders schwer hatte, an die alte Form anzuknüpfen.

          Aktuell ist es eine Infektion mit dem Coronavirus, die ihn im Hochschwarzwald daran hinderte, seiner Flug-Arbeit nachzugehen. Im Kampf um das Olympiaticket war Wellinger auf verlorenem Posten. Gemeinsam mit Freund muss er zu Hause bleiben und sich fit halten. „Sie müssen warten und trainieren“, sagte Horngacher am Sonntag. Nur falls sich einer der nach Peking entsandten Kollegen nicht einsatzfähig melden sollte, darf der Deutsche Skiverband einen Ersatzmann nominieren.

          Geiger ist in China dabei. Der 28-Jährige ist der Frontmann des deutschen Teams, und er freut sich mächtig auf das Großereignis. „Schon als Kind habe ich die Olympischen Winterspiele immer gern im Fernsehen geschaut“, sagte er im Hochschwarzwald. Sein Plan für die Springen im Einzel, im Team sowie im Mixed mit den Frauen: „Ich werde alles reinhauen, was ich drauf habe.“ Auftrieb soll ihm der Erfolg vom Samstag geben. Er wusste: „In den letzten Jahren habe ich mich hier immer schwergetan.“ Aber jetzt glückten ihm beide Sprünge sehr gut: „Dieses gute Gefühl nehme ich mit.“

          Geiger gewinnt auch Sonntag in Titisee-Neustadt

          Karl Geiger und Markus Eisenbichler haben sich beim heimischen Weltcup der Skispringer in Titisee-Neustadt in starker Form für die Olympischen Spiele präsentiert. Geiger gewann am Sonntag mit Sprüngen auf 131 und 143 Meter und baute damit seinen Vorsprung in der Gesamtwertung des Weltcups weiter aus. Eisenbichler belegte im Schwarzwald mit Flügen auf 135 und 134,5 Meter den dritten Platz. Beide deutschen Springer wiederholten damit ihre Platzierungen vom Samstag. Zweiter wurde der Slowene Anze Lanisek. Aus der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher holten zum Abschluss des Wochenendes auch Stephan Leyhe als Zehnter, Justin Lisso (13.), Severin Freund (14.), Constantin Schmid (16.), Philipp Raimund (19.) und Richard Freitag (21.) Punkte für die Gesamtwertung des Weltcups. Pius Paschke schied dagegen nach dem ersten Durchgang aus. (dpa)

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