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Handball-EM-Qualifikation : Ideenlos, mutlos, siegreich

  • Aktualisiert am

Steht weiter vor viel Arbeit: Handball-Bundestrainer Martin Heuberger Bild: dpa

Wieder keine überzeugende Leistung: Die deutschen Handballer besiegen Israel in der EM-Qualifikation nur knapp mit 30:27. Zur Halbzeit liegt der Außenseiter sogar in Führung. Auf Bundestrainer Heuberger wartet bis zur WM im Januar viel Arbeit.

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          Die Spieler der deutschen Handball-Nationalmannschaft können erleichtert durchschnaufen. Drei Tage nach der 27:31-Heimpleite gegen Montenegro hat das Team von Bundestrainer Martin Heuberger in der Qualifikation für die EM 2014 einen weiteren Rückschlag verhindert. Dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) an diesem Sonntag in Rishon Le Zion gegen Israel mühevoll mit 30:27 (13:14).

          Vor 1.700 Zuschauern in der ausverkauften Municipal Hall Gan Nahum mangelte es dem Team um den siebenfachen Torschützen Sven-Sören Christophersen jedoch an Abstimmung, Konzentration, Mut und spielerischem Glanz. Bis zur WM im Januar in Spanien muss sich das Team in allen Belangen steigern. „Ich bin recht froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben wieder viele Chancen nicht nutzen können“, meinte Heuberger nach der Partie. „Die Mannschaft hat trotzdem nach der Niederlage gegen Montenegro eine gute Leistung gezeigt. Im Abschluss fehlt manchmal auch das nötige Quäntchen Glück.“

          Dank des ersten Sieges im zweiten Spiel der Gruppe zwei kann das deutsche Team die Qualifikation weiter aus eigener Kraft schaffen. Fortgesetzt werden die Spiele im März mit zwei Duellen gegen Tschechien. Die jeweils ersten beiden Mannschaften der insgesamt sieben Gruppen qualifizieren sich für die EM vom 12. bis 26. Januar 2014 in Dänemark. Statt forsch und offensiv zu beginnen, agierte die deutsche Mannschaft vorsichtig: Behäbig im Spielaufbau und zurückhaltend in der Abwehr. So konnten die Israelis, die zuletzt gegen Tschechien mit 22:27 verloren hatten, das Spiel anfangs bestimmen. Mit viel Leidenschaft, die den deutschen Spielern schon bei der Pleite gegen Montenegro gefehlt hatte, setzte der Gastgeber den eigentlichen Favoriten permanent unter Druck. Zwar drehte die DHB-Auswahl einen 1:3-Rückstand (4.) in eine 6:4-Führung (11.).

          Mut- und ideenlose deutsche Spieler

          Dies reichte dem Team von Heuberger jedoch nicht, um mehr Sicherheit und Struktur in die eigenen Aktionen zu bekommen. Die mut- und ideenlosen deutschen Spieler leisteten sich einmal mehr leichte Fehler und unkonzentrierte Torwürfe. Israel nutzte dagegen seine Chancen – und ging mit 12:9 (23.) in Führung. Heuberger nahm daraufhin eine Auszeit. Neue Ideen auf dem Feld brachte diese jedoch kaum. Stattdessen musste die deutsche Mannschaft zwischenzeitlich auch noch einen personellen Rückschlag wegstecken: Bei einem Zusammenprall mit Gegenspieler Daniel Friedmann erlitt Spielmacher Martin Strobel eine Platzwunde am Kinn und musste mit vier Stichen genäht werden. Erst in der Schlussphase kehrte er wieder zurück. Ohne den Lemgoer gerieten die Deutschen bis zur Pause mit 13:14 wieder in Rückstand.

          Muss seiner Abwehr vertrauen: Doch gegen Israel verteidigte die deutsche Defensivformation vor Keeper Heinevetter oft zu zaghaft Bilderstrecke
          Muss seiner Abwehr vertrauen: Doch gegen Israel verteidigte die deutsche Defensivformation vor Keeper Heinevetter oft zu zaghaft :

          Nach Wiederanpfiff versuchte es die DHB-Auswahl mit mehr Tempo, hatte damit aber zunächst nur bedingt Erfolg. Es reichte lediglich zu Führungen mit einem Tor. Eigene Schwächen in der Abwehr brachten die Israelis immer wieder heran. Die bis dato stärkste Phase des Spiels hatte Deutschland nach dem 18:18 (38.). Auch Israel zeigte nun Unkonzentriertheiten im Spielaufbau – das deutsche Team setzte sich auf 22:18 (43.) ab. Ein Vorsprung, von dem es bis zur Schlusssirene zehrte, ohne zu überzeugen.

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