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Handball : Deutscher Mutmacher für die Duelle mit Polen

  • Aktualisiert am

Die Deutschen bearbeiten Ungarn und gewinnen das Testspiel Bild: dpa

Michael Kraus und Johannes Bitter geben ihr Comeback in der Handball-Nationalmannschaft. Mit ihnen stehen sieben Weltmeister von 2007 im Kader. Mit den Rückkehrern gewinnt das Team den ersten von zwei Tests gegen Ungarn.

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          Mit den zurückgekehrten Weltmeistern Michael Kraus und Johannes Bitter haben die deutschen Handballer Teil eins ihres Härtetests für die WM-Playoffs bestanden. Dank einer vor allem kämpferisch überzeugenden Vorstellung bezwang der WM-Fünfte am Freitag in Oldenburg den Olympia-Vierten Ungarn mit 28:24 (12:12).

          Mit einem starken Endspurt drehte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) noch einen 22:24-Rückstand (55.) zum Erfolg. Vor 5172 Zuschauern überzeugten neben dem vierfachen Torschützen Kraus auch Johannes Sellin als bester Werfer mit fünf Treffern sowie Torhüter Silvio Heinevetter.

          Mit den beiden prominenten Rückkehrern formt Bundestrainer Martin Heuberger das Team, das die Teilnahme an der WM 2015 in Katar sichern soll. Eigens für die Playoff-Spiele am 7. Juni in Danzig und am 14. Juni in Magdeburg hat der Schutterwälder den Hamburger Torhüter Bitter aus dem selbst gewählten Ruhestand geholt und Spielmacher Kraus wieder integriert.

          Beide hatten zuletzt 2011 für die DHB-Auswahl gespielt. Der vitale Kraus erwies sich als belebendes Element im Angriff, Bitter verfolgte das Spiel auf der Bank. Mit Bitter und Kraus von Frisch Auf Göppingen waren sieben Weltmeister von 2007 im deutschen Aufgebot. Neben dem zweiten Ungarn-Spiel bleibt nur noch ein Test am 4. Juni in Wetzlar gegen Norwegen, um das Team einzuspielen.

          „Wir gehen keinerlei Risiko ein“

          Dagegen musste Heuberger kurzfristig auf die verletzten Rückraumspieler Steffen Fäth und Kai Häfner verzichten. „Steffen und Kai sind nicht schwerwiegend verletzt, aber mit Blick auf die Schlussphase der Bundesliga und unsere WM-Playoffs im Juni gegen Polen gehen wir keinerlei Risiko ein“, sagte der Bundestrainer.

          In dem ersten der beiden Vergleiche mit den Ungarn startete Heuberger zunächst ohne die beiden Rückkehrer und setzte vielmehr auf die Akteure, die in den ersten sechs Länderspielen dieses Jahres dreimal gewonnen, zweimal verloren und einmal Unentschieden gespielt hatten.

          Leichte Ballverluste und Gegentore

          Dennoch misslang der Auftakt völlig. Der Gastgeber lief einem 0:3 (3.) hinterher. Fehlwürfe und leichte Fehler im Angriff hatten immer wieder leichte Ballverluste und Gegentore zur Folge. Beim 5:4 (16.) lag die deutsche Mannschaft dann erstmals vorn, verspielte den Vorteil aber und geriet mit 6:8 (21.) ins Hintertreffen.

          Kraus, der in der 15. Minute zu seinem ersten Länderspieleinsatz seit dem 8. Juni 2011 aufs Feld kam, sorgte mit seinem ersten Treffer für den 9:10-Anschluss (26.). Mit zwei weiteren Toren trug der 30-Jährige zum 12:12-Halbzeitstand bei.

          Glandorf muss auf der Bank bleiben

          Der zweite Durchgang begann ohne Holger Glandorf, der nach einem Zusammenprall kurz vor der Pause wegen Zahnproblemen auf der Bank blieb. Der Flensburger hatte ein Schneidezahn-Provisorium verloren und wurde nach dem Spiel bei einem Oldenburger Zahnarzt behandelt.

          Der Flensburger sah mit den Zuschauern ein ausgeglichenes Spiel, in dem der Gastgeber nach einem 17:18 (41.) mit einem Zwischenspurt auf 20:18 (44.) erstmals mit zwei Toren in Front zog. In der spannenden Schlussphase sicherte sich das DHB-Team dann den Sieg.

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