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26:28 gegen Dänemark : Deutsche Handballer vergeben ersten Matchball

  • Aktualisiert am

Kein Durchkommen: Michael Haaß (oben) wird vom Dänen Anders Jensen Eggert attackiert Bild: dpa

Deutschlands Handballer sind bei der EM in Serbien gegen den WM-Zweiten Dänemark knapp am vorzeitigen Einzug ins Halbfinale gescheitert. Nun kommt es am Mittwoch gegen Polen zum Showdown um die Medaillenrunde und die Olympia-Chance.

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          Und schon wieder ein „Endspiel“ für Deutschland, am Mittwoch gegen Polen. Dann kann die deutsche Nationalmannschaft mit einem Erfolg doch noch bewerkstelligen, was sie am Montag durch das 26:28 gegen Dänemark verpasste - nämlich den Einzug in das Halbfinale der Europameisterschaft in Serbien. Gegen die Dänen hätte dafür schon ein Unentschieden gereicht, doch die Deutschen fabrizierten zu viele Fehler, um das große Ziel vor dem Abschluss der EM-Hauptrunde zu erreichen. „Das tut richtig weh“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger nach der zweiten Niederlage in Serbien, wo Deutschland auch um olympische Aussichten kämpft. Er und seine Spieler stehen damit vor einem weiteren vermutlich nervenaufreibenden Duell. Beste deutsche Werfer waren diesmal Uwe Gensheimer, Michael Haaß, Lars Kaufmann und Christoph Theuerkauf mit jeweils vier Treffern.

          Die Deutschen starteten sehr konzentriert, sie versuchten den dänischen Spielrhythmus konsequent zu stören - und sie hatten mit dieser Strategie zunächst auch Erfolg. Einige Male nehmen sie den dänischen Angreifern den Ball ab, und nicht zuletzt durch Tore des flinken Mannheimers Gensheimer erarbeiteten sie sich flugs eine klare Führung. Zeitweise lag Deutschland mit vier Toren Vorsprung in Front. Heuberger konnte zufrieden sein mit diesem Auftritt, der das frische Selbstbewusstsein seines Teams verdeutlichte. In ihren eigenen Offensivaktionen handelten die Deutschen jedoch nicht immer glücklich. Manche Chance wurde dabei vergeben, dieses Manko war auch schon in den zurückliegenden Spielen immer wieder aufgetreten. So musste Deutschland hinnehmen, dass ihr Gegner aufschloss, dass die Dänen erst zum 6:6 und später zum 8:8 oder 10:10 ausglichen. Heuberger hatte Pascal Hens, der eine Magenverstimmung überwunden hatte, wieder eingesetzt; großen Druck übte der Hamburger allerdings nicht aus, er sucht immer noch nach seiner Form.

          Bundestrainer Martin Heuberger

          Beim 11:10 für Dänemark nahm Heuberger erstmals eine Auszeit. Er bemühte sich, sein Team, das nun ein bisschen seine Linie verlor, wieder aufzurichten. Und er schickte den Flensburger Kraftprotz Kaufmann für Hens auf das Feld. Das Experiment mit dem Hamburger hatte nicht funktioniert. Hens kommentierte seine Darbietung mit einem drastischen Begriff. Und er sagte zu seiner Situation: „Es ist schwierig gerade.“ Allerdings ging die dänische Rückraumreihe nun zielstrebiger zu Werke, so dass die Deutschen weiter in Rückstand blieben. Torhüter Silvio Heinevetter parierte zwar wieder einige Male prächtig, doch auch er konnte nicht verhindern, dass Dänemark den ersten Teil dieses Handballabends in Belgrad 17:14 für sich entschied.

          Zuletzt hatte Heubergers Team einen enormen Behauptungswillen offenbart und damit Schwächephasen wieder wettgemacht - zum Beispiel beim Unentschieden gegen Serbien. Die Dänen sind natürlich ein anderes Kaliber, sie wurden bei der Weltmeisterschaft 2011 in Schweden immerhin Zweite. „Wir müssen uns daran erinnern, wie wir angefangen haben“, forderte als Beobachter in Belgrad der frühere Nationalspieler Christian Schwarzer. Aber gegen die erstarkten Skandinavier war das nicht so einfach. Die Deutschen fanden zu selten ein Mittel, um sich gegen die dänische Deckung durchzusetzen. Mit der Folge, dass sich zwischen dem WM-Elften und Dänemark zwischenzeitlich fünf Tore Differenz ergaben. Trotzdem: Der Eifer der Deutschen erlahmte auch diesmal nicht. Das Team holte Tor um Tor auf, Gensheimer gelang mit einem Siebenmeter das 23:24. Doch dieses Aufbäumen reichte nicht für eine Wende, zumal sich auch der dänische Torwart Niklas Landin als ein Meister seines Fachs erwies. Er vereitelte mit ruhiger Art mehrere deutsche Torgelegenheiten. Seine Perspektiven in Serbien aber hat Deutschland trotz des Rückschlags am Montag nicht verloren.

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