Leichtathletik-WM-Bilanz : Das eigene Ding ist wichtiger als Medaillen

Den goldenen Schlusspunkt bei der Leichtathletik-WM setzt Katharina Molitor mit dem Wurf ihres Lebens. Insgesamt überstrahlt beim deutschen Auftritt die Freude sogar noch die Erfolge.
Das mit der Begeisterung muss Katharina Molitor wohl noch lernen. Als wäre die Dramaturgie ebenso wichtig wie der Erfolg, haute die 1,83 Meter große Athletin im allerletzten Wurf des Speerwerfens der Leichtathletik-Weltmeisterschaft von Peking 67,69 Meter raus, 1,56 Meter weiter als der bis zu diesem Moment am Sonntagnachmittag beste Wurf des Wettbewerbs, den der Chinesin Lyu Huihui. Katharina Molitor riss die Arme hoch, bevor die Weite angezeigt wurde. Dann zog sie erst mal die Trainingsjacke an. Die deutsche Flagge, die ihr jemand zuwarf, legte sie wie eine Serviette über den Unterarm und entschied sich dann, nach kurzem Hin und Her, gegen eine Ehrenrunde. „Du musst jetzt ausrasten“, habe sie der Weltmeisterin zugerufen, erzählte Christina Obergföll, doch sie habe zur Antwort bekommen: „Feiern werde ich heute Abend.“





