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Leichtathletik-EM : Sprinter stürzen, Sprinterinnen holen Bronze

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Und da lagen sie beide: Lucas Jakubczyk (Mitte) stürzt beim Wechsel mit Julian Reus (vorne). Bild: dpa

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Männer ist im Vorlauf ausgeschieden. Schlussläufer Jakubczyk verlor in Führung liegend das Gleichgewicht beim Wechsel und stürzte schwer. Die Frauen dagegen gewannen Bronze und beim Stabhochsprung überraschte ein 18 Jahre alter Schwede.

          Nach einem spektakulären Sturz beim letzten Wechsel ist die deutsche Männerstaffel über 4 x 100 Meter bei der Leichtathletik-EM in Berlin im Halbfinale ausgeschieden. Schlussläufer Lucas Jakubczyk strauchelte bei seinem Heimrennen nach der Stabübergabe und stürzte auf die Bahn. Auch Staffelkollege Julian Reus, der auf Position drei lief, kam zu Fall, als er beim Auslaufen den vor ihm liegenden Jakubczyk nicht mehr ausweichen konnte. Beide mussten behandelt werden. Reus konnte mit Hilfe von Sanitätern den Innenraum auf eigenen Füßen verlassen; Jakubczyk wurde noch behandelt. Danach humpelte er davon und winkte ins Publikum.

          „Ich habe mit Beiden sprechen können. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut“, sagte der auf Position zwei laufende Patrick Domogala in der ARD. „Das ist bitter, weil wir gut im Rennen lagen.“ Weil beide Sprinter direkt auf der Tartanbahn behandelt werden mussten, und die Ärzte zu ihrem Schutz eine weiße Decke über sie spannten, damit die Zuschauer die Behandlungen an Reus und Jakubczyk nicht direkt mitbekommen konnten, befürchteten viele zunächst, dass Schlimmeres passiert war.

          Pech für die Männer, Glück für die Frauen: Die Staffel der Frauen um Silbermedaillengewinnerin Gina Lückenkemper holte Bronze in einem spannenden Finale zusammen mit Lisa-Marie Kwayie, Tatjana Pinto und Schlussläuferin Rebekka Haase. In 42,23 Sekunden musste sich das Quartett nur Großbritannien (41,88/Jahresweltbestzeit) und den Niederlanden (42,15) geschlagen geben. „Die Kulisse hier hat uns alle beflügelt“, sagte Lückenkemper. Vor zwei Jahren hatte die Frauenstaffel in Amsterdam ebenfalls die Bronzemedaille gewonnen.

          Behandlungen auf und neben dem Spielfeldrand, würde man im Fußball sagen: Jakubczyk (oben) und Reus (vorne) sehen mitgenommen aus.

          Die bronzefarbene Medaille der Sprinterinnen war die insgesamt neunzehnte im Berliner Olympiastadion – keine Nation holte mehr. Auch die 21 Jahre alte Konstanze Klosterhalfen hielt über 5000 Meter lange in der Spitze mit, nach Knieproblemen in der Vorbereitung reichte es für die Mittel- und Langstreckenläuferin in Saisonbestleistung von 15:03,73 Minuten zu Platz vier. Gold ging an die europäische Jahresschnellste Sifan Hassan (Niederlande/14:46,12) mit Meisterschaftsrekord. Platz zwei sicherte sich die Britin Eilish McColgan, Tochter der früheren 10.000-Meter-Weltmeisterin Liz McColgan, in 14:53,05. Bronze gewann Titelverteidigerin Yasemin Can (Türkei/14:57,63). „Das war ein weiterer Schritt nach vorne. Es war wirklich hart, aber von der ersten Minute der Vorbereitung bis zum letzten Moment hier habe ich alles gegeben. Daher bin ich nur ein bisschen traurig“, sagte die zufriedene Vierte Klosterhalfen.

          Erklomm die Berliner Höhen: Schwedens Armand Duplantis und seine Flugshow im Olympiastadion

          In einem der spektakulärsten Wettkämpfe in Berlin gewann der erst 18 Jahre alte Schwede Armand Duplantis den Titel im Stabhochsprung. Mit gestandenen 6,05 Metern ist er erstmals Europameister. Der Russe Timur Morgunow, der unter neutraler Flagge gestartet war, überwand mit 6,00 Metern ebenfalls die magische Sechs-Meter-Marke. Dem französischen Hallen-Weltrekordler und Olympiasieger von 2012, Renaud Lavillenie, blieb mit 5,95 Meter Bronze.

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