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Handball-WM in Ägypten : Wie Sand in den Fingern

Einsamer Handballer: Die größte WM dieses Sports überhaupt sollte Ägypten auch einen Besucherrekord bescheren. Bild: Archiv

Die Handball-WM in Ägypten kann der Macht des Virus nicht standhalten – die ersten Teams ziehen sich bereits zurück. Innerhalb der Blase bleibt die Frage: Hält sie dicht? Außerhalb spielt das Regime die Corona-Gefahren herunter.

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          Bis vor zwei Wochen trug die Halle noch den Namen „6. Oktober“. Der 6. Oktober ist ein ägyptischer Feiertag, er erinnert an den Beginn des vierten arabisch-israelischen Krieges 1973, der auch als Jom-Kippur-Krieg bekannt ist. Die ganze Satellitenstadt im Regierungsbezirk Gizeh gut 30 Kilometer westlich von Kairo heißt so, „6.-Oktober-Stadt“. Hier werden die deutschen Handballspieler ihre Vorrundenpartien bei der Weltmeisterschaft austragen, gegen Uruguay (Freitag), die Kapverden (Sonntag) und Ungarn (Dienstag).

          Handball-WM 2021
          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Christian Kamp

          Die Halle, die für die WM neu gebaut wurde und in der rund 5000 Zuschauer Platz gehabt hätten, trägt inzwischen den Namen des Präsidenten – nicht des ägyptischen Staatspräsidenten allerdings, sondern den von Dr. Hassan Moustafa, des Präsidenten des Internationalen Handball-Verbandes (IHF). Das ist ein Hinweis darauf, wie sehr diese WM, die an diesem Mittwoch mit dem Spiel Ägyptens gegen Chile (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM) beginnt, die ihres Präsidenten ist: des Ägypters Moustafa, der seit 2000 die IHF anführt, der seinen Verband und den Handball in dieser Zeit wirtschaftlich und medial nach vorn gebracht hat, der aber auch zu den umstrittensten Sportführern gehört, weil ihm über seinen autoritären Führungsstil hinaus manches Unschöne nachgesagt wurde: Spielmanipulation etwa, aber auch Bereicherung und Untreue, wobei Ermittlungen in der Schweiz mangels Beweisen eingestellt wurden.

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