Handball-EM gegen Lettland : Deutschland kommt mit blauem Auge davon

Die deutsche Mannschaft rettet sich mit einem 28:27-Sieg gegen Lettland in die Hauptrunde der EM. Das verheißt für Wien wenig Gutes – doch der Bundestrainer bleibt betont kämpferisch.
Dass er schon ein paar Minuten nach dem Abpfiff seinen Ruhepuls wieder erreicht hatte, war dann doch überraschend. Julius Kühn hat bei dieser Handball-Europameisterschaft bislang nur eine Nebenrolle gespielt. Dabei hätte die Wurfkraft des 26 Jahre alten Melsungers dem deutschen Spiel schon am Samstag gegen Spanien gutgetan. Da hatte Bundestrainer Christian Prokop den besten deutschen Rückraumwerfer nur wenige Minuten eingesetzt. Am Montagabend im Trondheimer Spektrum zeigte Kühn, dass er seinen rechten Arm wie ein Katapult einsetzen kann. Nur wirft er nicht Steine, sondern Handbälle. Acht Mal schleuderte Kühn das Spielgerät ins Tor Lettland. Was lange Zeit wie eine klare Sache gegen den EM-Debütanten aussah, wurde am Ende eine Zitterpartie. Auf der letzten Rille spielten die Deutschen und gewannen so gerade mit 28:27. Ins Ziel gerettet – und nach Wien in die Hauptrunde gekommen: Vienna calling. Der Song Falcos lief später von Timo Kastening eingestöpselt in der deutschen Kabine.





