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Klopp nach Remis gegen BVB : „Jetzt ist richtig Pfeffer drin“

Emotional wie immer: Jürgen Klopp bei seiner Rückkehr nach Dortmund Bild: Reuters

Beim 1:1 des FC Liverpool in Dortmund jubelt Rückkehrer Jürgen Klopp emotional wie immer. Dass es für den BVB im Hinspiel des Europa-League-Viertelfinals nicht noch schlimmer kommt, liegt an einem Spieler, dem ein besonderes Kunststück gelingt.

          Roman Weidenfeller ist niemand, der eine dicke Lippe riskiert. Auch nach dem 1:1 im Hinspiel des Europa-League-Viertelfinals gegen den FC Liverpool stand der Torwart von Borussia Dortmund ganz ruhig in den Katakomben des heimischen Stadions. Und das Sprechen fiel Weidenfeller sowieso ein wenig schwerer als sonst. Nach einem Zusammenprall mit Dejan Lovrens Kopf schon in der ersten Halbzeit musste er ärztlich versorgt werden, bis die Blutung an der Lippe gestoppt werden konnte. Die Spuren der Kollision aber werden den 35 Jahre alten Rückhalt des BVB noch ein wenig begleiten.

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          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Wie gewohnt im Europapokal stand Weidenfeller im Tor, nachdem ihm sein zehn Jahre jüngerer Vornamensvetter Roman Bürki in der Bundesliga und im DFB-Pokal den jahrelangen Stammplatz genommen hat. Gegen Liverpool war Weidenfeller aber der Hauptgrund dafür, dass Dortmund in einem intensiven Spiel gegen starke Engländer nur ein Gegentor kassierte und vor dem Rückspiel am nächsten Donnerstag (21.05 Uhr / Live bei Sport1, Sky und im Europa-League-Ticker bei FAZ.NET) an der berühmten Anfield Road in Liverpool noch guten Gewissens auf den Einzug ins Halbfinale hoffen darf.

          Nachdem die Torschüsse von Marco Reus und Henrich Mchitarjan nicht erfolgreich waren, sorgte die erste Chance des neuen Teams des früheren BVB-Trainers Jürgen Klopp für eine Schrecksekunde bei den Borussen: Lovrens Kopfball-Aufsetzer parierte Weidenfeller, beim Nachfassen des abgewehrten Balls stieß der Torwart jedoch mit dem Liverpooler Abwehrspieler zusammen (21. Minute). Lange lag er auf dem Rasen, dann ging es unter dem Applaus der Fans weiter. Ein klein wenig Kopfschmerzen habe er, sagte Weidenfeller später. „Aber das kann man verschmerzen.“

          Viel schmerzhafter für alle Dortmunder war dagegen das Gegentor durch Divock Origi (36.). Mats Hummels kam nicht in das Kopfball-Duell mit James Milner, Innenverteidiger-Kollege Sven Bender stand etwas verloren im Raum, und Lukas Piszczek schaffte es nicht, Origi ins Abseits zu stellen oder den Schuss des belgischen Jungstürmers zu verhindern. „Da waren wir schneller im Kopf“, sagte Klopp. Leicht abgefälscht flog der Ball am chancenlosen Weidenfeller vorbei ins Tor. „Ein bisschen unglücklich“, nannte Hummels den Gegentreffer. „Daran haben wir alle drei unseren Anteil, leider.“

          Es hätte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit noch dicker für den BVB kommen können. Wieder tauchte Origi frei vor dem Tor auf, diesmal wehrte Weidenfeller mit einer starken Parade ab. Weil Erik Durm zuvor nach einem Zweikampf liegen geblieben war, legte sich der Torwart noch mit dem Schiedsrichter an. Für seine gesten- und wortreiche Beschwerde bekam Weidenfeller noch nach dem Pausenpfiff die Gelbe Karte vom souveränen Carlos Velasco Carballo. Die Fans waren erbost und begleiteten den Abgang des Referees in die Kabine mit einem lauten Pfeifkonzert.

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