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4:0 gegen Augsburg : Bremer Fußballparty zum Jubiläum

  • -Aktualisiert am

Grüner wird’s nicht: Bremen um Kevin Möhwald (rechts) und Sebastian Langkamp führt Augsburg vor und kommt zu einem ungefährdeten Heimsieg. Bild: dpa

120 Jahre Werder: Im Jubiläumsspiel zeigen die Bremer eine mitreißende Leistung. Gegner FC Augsburg ist trotz neuem Ko-Trainer chancenlos. Nur eine Verletzung trübt die Freude in Grün-Weiß ein wenig.

          Als die Werder-Auswechselspieler nach der Pause zum Aufwärmen liefen, brandete Applaus von den Rängen auf, denn Claudio Pizarro war unter ihnen. Der Grandseigneur ist den Fans seit seinem wunderbaren Tor zum 2:2 im Pokal bei Borussia Dortmund noch enger ans Herz gewachsen. Überhaupt war dieses 4:2 nach Elfmeterschießen beim Tabellenführer der Bundesliga ein großes Thema in Bremen, auch am Sonntagnachmittag noch, als der Gegner FC Augsburg hieß.

          Möglichst möchte Werder nicht das Team für gewisse Stunden sein, sondern dauerhaft Leistungen wie beim BVB anbieten. Trainer Florian Kohfeldt traut seiner Mannschaft das zu, und das 4:0 gegen die abstiegsgefährdeten Augsburger gab weitere Hinweise darauf, dass Werder den angepeilten Rang mit Europacup-Teilnahme erreichen kann. In der Rückrunde ungeschlagen, halten die Bremer durch den achten Saisonsieg Kontakt zum oberen Mittelfeld.

          „Für uns war ein leichter Druck da nach dem Sieg in Dortmund“, meinte der eingewechselte Torschütze Kevin Möhwald bei Sky. Bis auf das Remis in Nürnberg vor acht Tagen sei das nun eine perfekte Woche gewesen. Ganz anders war die Stimmungslage bei FCA-Stürmer Michael Gregoritsch. „Ich war genauso scheiße, - äh, Entschuldigung –, genauso schlecht wie die anderen“, meinte der Österreicher. „Das war heute nichts von uns, und Werder hat das richtig gut gemacht.“ Das Spiel werde sicher aufgearbeitet.

          Der FCA lag schon zur Pause 0:3 zurück und verharrt auf Platz 15. Bei den Bremer Kontertoren durch Mikot Rashica (zwei) und auch beim 2:0 durch Johannes Eggestein sahen die Augsburger Abwehrspieler nur zu. Pizarros Vorarbeit führte in der 83. Minute noch zum 4:0-Enstand durch den guten Möhwald. Zudem musste Trainer Manuel Baums Mannschaft von der 68. Minute an ohne den verletzten Alfred Finnbogason auskommen.

          Rashica überzeugt, muss aber raus

          Er ist schnell, er kann dribbeln, und er hat eine gute Schusstechnik – Rashica bringt alles mit, um einen idealer Konterspieler zu sein. Da Werder aber meist über den Ballbesitz ins Spiel kommt und zudem im Angriff viel Konkurrenz herrscht, ist der 22 Jahre alte Angreifer aus dem Kosovo oft nur Auswechselspieler. Nun aber sind bei Werder seit langem Fin Bartels, und jetzt auch noch Martin Harnik und Yuya Osako verletzt. Wie schon am Dienstag stand Rashica in der Startelf: Zielspieler für Davy Klaassen und Max Kruse, derjenige, den man schicken kann.

          Vereint in den Farben: Vor dem Anpfiff haben die Fans eine sehenswerte Choreografie gezeigt.

          Keine Rolle beherrscht der Flügelspieler mit dem niedrigen Schwerpunkt besser. Gegen Augsburg schloss Rashica den ersten feinen Gegenstoß über Kruses Hacke und Klaassens Pass zum 1:0 ab (5. Minute). Konstantinos Stafylidis sah schlecht aus. Noch schöner war Rashicas 3:0 in der 29. Minute. Mit Hochgeschwindigkeit lief er nach Klaassens Lupfer in Richtung FCA-Tor, ließ Reece Oxford ins Leere rutschen und schoss mit rechts ins lange Eck. Eine Aktion aus dem Lehrbuch.

          Da zwischendurch Johannes Eggestein das 2:0 geschossen hatte (27. Minute), wurde es eine allem in allem entspannte erste Halbzeit – wenn auch die Augsburger durch Michael Gregoritsch und Finnbogason zeigten, dass sie torgefährlich sein können. Pavlenka im Bremer Tor war aber zur Stelle. Schade, dass Rashica mit einer Rückenverletzung in der 36. Minute ausgewechselt werden musste.  „Ich habe nur ein bisschen Rückenprobleme. Ich glaube nicht, dass das schlimm ist. Vielleicht ein paar Tage, dann sollte es wieder gehen“, sagte der Bremer Doppel-Torschütze nach dem Spiel jedoch. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

          Erfolgreicher Arbeitstag, früh beendet: Werders Milot Rashica (links) schießt zwei Tore und wird noch vor der Pause ausgewechselt.

          Nach dem Seitenwechsel schaltete der SVW in den Verwaltungsmodus. Als Bonbon wechselte Kohfeldt in der 77. Minute Pizarro ein. Prompt bereitete der das 4:0 vor. Dem 40 Jahre alten Peruaner stand das gemischtgrüne Sonder-Trikot zur Feier des 120-jährigen Vereins-Bestehens ausgezeichnet.

          Am kommenden Samstag müssen die Hanseaten, die als einziges Bundesligateam bislang in jedem Saisonspiel mindestens ein Tor geschossen haben, beim direkten Konkurrenten Hertha BSC ran. Für Augsburg wird es nach der elften Niederlage nicht einfacher. Am Freitag wartet Rekordmeister Bayern München zum Nachbarschaftsduell.

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